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Die Abnehmspritze für Kinder – Fakten, Grenzen und offene Fragen

Shownotes

Was die Leitlinie wirklich sagt

Zugelassen sind GLP-1-Analoga wie Semaglutid (Wegovy) und Liraglutid (Saxenda) für Jugendliche ab zwölf Jahren – nicht Ozempic, auch wenn das in der Berichterstattung oft durcheinandergebracht wird. Die Wirkstoffe ahmen ein körpereigenes Sättigungshormon nach und reduzieren Hunger. Die Studiendaten sind beeindruckend: bis zu 16 Prozent BMI-Reduktion in der Zulassungsstudie. Aber die Spritze wirkt nur so lange sie gegeben wird, hat häufige Nebenwirkungen und Langzeitdaten bei wachsenden Jugendlichen fehlen schlicht. Sie ist ein Werkzeug – kein Fundament. Und laut Leitlinie gehört sie ausschließlich in spezialisierte Zentren, eingebettet in ein multimodales Konzept aus Ernährung, Bewegung und psychologischer Begleitung.

Keine Disziplinfrage – die Wurzeln liegen tiefer

Die eigentliche Geschichte beginnt nicht mit zwölf Jahren in der Sprechstunde – sie beginnt im Mutterleib. Epigenetische Prägungen durch Ernährung in der Schwangerschaft beeinflussen, wie der kindliche Stoffwechsel Sättigung und Zucker wahrnimmt – noch bevor das Kind seinen ersten Bissen selbst isst. Dazu kommt eine Lebensmittelumwelt, die Kinder krank macht: billiger Zucker, allgegenwärtige Werbung, ein Werbeverbot das seit Jahren in der Schublade liegt. Ein Kind, das mit zwölf Jahren in die Adipositassprechstunde kommt, trägt dafür keine Schuld.

Wer zahlt – und wer nicht

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten aktuell nicht. Grund: Abnehmmedikamente gelten formal als Lifestyle-Produkte. Rund 300 Euro im Monat, über Jahre. Das bedeutet im Klartext: Kinder aus einkommensschwachen Familien – die statistisch am häufigsten betroffen sind – bekommen die empfohlene Therapie schlicht nicht. Das ist die eigentliche Schlagzeile.

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Dr. D & Dr. Jane

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.

00:00:04: Dr.

00:00:05: Di, hi!

00:00:07: Hallo zusammen!

00:00:08: Wir starten heute – das weißt du gar nicht?

00:00:11: Ich habe mir gedacht wir starten mal wieder, machen ab und zu mit zehn Jahren einen Fragen.

00:00:16: Jawohl!

00:00:17: Ich weiß, so riecht es immer total gerne und total viel.

00:00:20: Aber kriegst du's hin?

00:00:22: Mit Ja oder Nein?

00:00:23: Ich versuche das auf jeden Fall.

00:00:24: Auf

00:00:24: jeden Fall zu antworten.

00:00:25: Er

00:00:25: hat dann immer nur ein Wort.

00:00:26: sagen ich werde das versuchen.

00:00:27: ja natürlich sehr verständlich

00:00:29: Okay, also keine Erklärung?

00:00:30: Einfach nur ja nein.

00:00:31: Du bist bereit?

00:00:32: Ja ich bin bereit.

00:00:33: Alles klar!

00:00:34: Ist die sogenannte Abnehmenspritze jetzt für Kinder zugelassen?

00:00:38: Nein.

00:00:39: Ist sie für Jugendliche ab zwölf zugelassen?

00:00:42: Ja.

00:00:43: Aha.

00:00:43: Reicht es einfach die Spritze zu setzen und das Gewicht geht runter?

00:00:48: Nein

00:00:49: Ok.

00:00:50: Wirkt die Spritze auch dann noch wenn man sie absetzt?

00:00:53: Nein

00:00:54: Nein ok Sind die Nebenwirkungen bei Jugendlichen vergleichbar mit denen bei Erwachsenen?

00:01:00: Ja.

00:01:01: Sechste Frage, wissen wir was dieses Medikament über zwanzig Jahre im wachsenden Körper machen?

00:01:06: Nein!

00:01:07: Okay ist starkes Übergewicht im Kindesalter eine chronische Erkrankung?

00:01:12: ja

00:01:13: okay übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die kosten?

00:01:17: nein

00:01:17: okay war sein Wunder.

00:01:20: kostet die Therapie eine Familie mehrere tausend Euro im Jahr?

00:01:25: Ja,

00:01:26: okay.

00:01:27: Und

00:01:27: das ist unser Thema heute!

00:01:29: Wir reden über die neue Leitlinie – die ist noch nicht veröffentlicht aber es gibt bereits die Pressemitteilung.

00:01:36: nach dem Wort habe ich jetzt die Ankündigung dazu.

00:01:39: von zwei Gesellschaften nämlich vor zehn Tagen.

00:01:42: Das war glaube ich der sechste Mai haben zwei ganz große medizinische Fachgesellschaften genau diese Neue-Leitlinien veröffentlich Die deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin.

00:01:53: Und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft.

00:01:56: Seitdem liest man überall die gleiche Schlagzeile, abnehmend.

00:02:00: Spritze ist jetzt auch für Kinder da sozusagen.

00:02:04: Dr.

00:02:04: Di?

00:02:05: Was stimmt an dieser Schlagzeit und was stimmt daran nicht?

00:02:09: Also es stimmt tatsächlich dass es eine neue Empfehlung gibt.

00:02:12: Dass das auch gut so.

00:02:14: Es stimmt aber nicht, dass das eine total einfache Geschichte Spritzen setzt und fertig.

00:02:19: So funktioniert es nämlich gar nicht!

00:02:21: Was wir heute tatsächlich mal machen müssen, ist diese Schlachtzeile auseinanderzunehmen.

00:02:25: Also was wurde wirklich beschlossen?

00:02:26: Was sagen die Studien?

00:02:27: Was passiert eigentlich ohne Spritze?

00:02:29: und vor allem... ...was passiert eigentlich mit dem Kind dahinter?

00:02:32: also jetzt Spritzel- und Umwelt?

00:02:34: Okay, wir reden also über vier Dinge würde ich mal sagen nämlich erstens was die Leitlinie wirklich sagt.

00:02:39: zweitens was sie Studien zeigen darüber reden wir auch und was sie auch wiederum nicht zeigen.

00:02:45: und dann drittens wer das bezahlt Ein Thema, über das wir unbedingt sprechen müssen.

00:02:51: Also fast ein eigenes Kapitel.

00:02:52: und viertens warum stark es Übergewicht eben keine Disziplinfrage ist Und da wird's wirklich spannend.

00:02:59: also bleibt so lange dran.

00:03:01: Das kann ich euch echt nur empfehlen weil das ist etwas worüber keiner redet.

00:03:06: Es ist eben keine Disziplinenfrage, sondern teilweise wird es schon vor Geburt entschieden.

00:03:10: Und das erklären wir.

00:03:11: Jetzt nimmst du ja alles vorweg.

00:03:13: die Lösung!

00:03:14: Genau.

00:03:15: Ich sage's auch schon mal vorweg.

00:03:16: irgendwie wenn wir jetzt da möglicherweise auch so ein bisschen kritischer über die Spritze sprechen... Wir sind überhaupt nicht dagegen?

00:03:22: Nein.

00:03:23: Also wir sind weder dagegen noch dafür und wir sind aber vor allem dafür dass alle Infos kriegen, dass sich Familien vor allem sich dann informiert entscheiden können.

00:03:32: Richtig genau so ist es.

00:03:34: Dann lass uns doch mal einsteigen, fangen wir mal bei den Fakten an.

00:03:38: Welche Wirkstoffe sind das überhaupt?

00:03:40: Oder von über was reden wir hier eigentlich?

00:03:43: Ja also wir reden im Wesentlichen über zwei Wirkstoffe.

00:03:46: Das eine ist Sema Glutit und das andere ist Lira Glutid.

00:03:49: Beide gehören zu dieser Gruppe der GLP-I Analoga.

00:03:53: Es gibt aber noch mehr, ne?

00:03:54: Ja noch ein paar mehr genau.

00:03:57: Bevor du erklärst, wie sie wirken, klär mal kurz die Namen.

00:04:00: Weil das in den Medien völlig durcheinander

00:04:01: nahe gebracht wird.

00:04:03: Die Wirkstoffnamen kennt ja wieder keiner.

00:04:05: Da gibt es also zwei Handelsnamen.

00:04:08: Das war der erste Stoff, der durch die Presse gegangen ist, Osempic.

00:04:13: Das ist die Variante, die eigentlich für Typ II Diabetes bei Erwachsenen zugelassen ist und dieselbe Substanz aber in höherer Dosis und mit Zulassung über Gewicht auch... Für Kinder, also für Kinder ab zwölf.

00:04:27: Die heißt Wegovi.

00:04:28: und dann gibt es noch diesen Wirkstoff.

00:04:30: Also das Präparat namens Saxender da ist Lira Glutitrin.

00:04:35: Das ist im Wesentlichen auch ein Präperat im Übergewichts-Kontext.

00:04:39: Wenn jetzt jemand sagt Osempik für Kinder, dann ist das schon mal naja medienrechtlich falsch?

00:04:45: Genau!

00:04:45: So Oseempick ist für Kinder nicht zugelassen.

00:04:47: Das muss man uns klar sagen.

00:04:48: Aber jeder

00:04:49: weiß immer worum's geht.

00:04:50: Ja genau aber der Wirkstoff hat das präparaten.

00:04:53: Wegovy ist aber für Kinder zugelassen, allerdings erst ab zwölf Jahre.

00:04:59: Also Saxena schon ein bisschen länger seit Juni-Zweißen-Einzwanzig, aber im Wesentlichen ist es Figur wie?

00:05:03: Und wie

00:05:04: wirken diese Spritzen eigentlich?

00:05:05: Also der total intelligente Medikamente muss man ehrlicherweise sagen.

00:05:09: also sie haben so ein körpereigenes Darmhormon nach.

00:05:13: Also GLP eins und das wird normalerweise ausgeschüttet wenn wir was essen.

00:05:17: und dieses Hormon signalisiert dem Gehirn ey jetzt bist du satt Und es verlangsamt außerdem auch die Magenentklärung.

00:05:24: Wenn du dieses Hormon jetzt medikamentös ein ganzes Stück höher dosierst, dann hast du schichten einfach keinen Hunger.

00:05:31: Aber der Hunger wird deutlich leiser und das ist eigentlich der ganze Trick.

00:05:34: Das klingt fast zu einfach würde ich sagen?

00:05:38: Ja!

00:05:38: Es ist tatsächlich nicht so einfach.

00:05:40: natürlich wie immer ist der Mechanismus relativ sauber verstanden.

00:05:45: Und das ist auch der wichtigste Punkt an dem die Erzählung umkippen.

00:05:48: Die Spritze tut nämlich nichts was der Körper nicht eh schon tun würde.

00:05:52: Das ist halt so ein Hormonanalogern, es verstärkt einfach nur einen Signal das bei manchen Menschen aus Gründen da kommen wir nachher noch drauf einfach zu leise ist dieses Hungergefühl wie dass das halt letztendlich aufhört und gedruckt wird.

00:06:06: Und was sagt denn jetzt die Leitlinie ganz konkret?

00:06:08: Also die Leidlinie ist gestaffelt.

00:06:10: Bei normaler Adipositas heißt die Empfehlung ja kann man geben, kann man erwegen.

00:06:16: Und bei extremer Adipositas, das ist also ein BMI irgendwie über dreißig fünfunddreißig da sagt die Leitlinie sollte man geben.

00:06:24: Also da es tatsächlich deutlich nachdrücklicher aber ganz ganz wichtig ist dass es jetzt nicht so ein Medikament für um die Ecke over the counter sondern das ist ganz klar und ausdrücklich nur in spezialisierten Zentren soll was gemacht werden?

00:06:37: Also nicht jetzt vom Hausarzt oder Kinderarzt wie um die ecke oder sowas

00:06:41: und sie ersetzt auch nicht Müssen wir ganz klar sagen, die Lebensstiltherapie.

00:06:45: Auf

00:06:46: gar keinen Fall!

00:06:47: Also es ist so... Diese Spritze ist immer nur begleitend.

00:06:50: also ergänzen Denn viel wichtiger ist natürlich Ernährungsumstellung Bewegung Psychologische Begleitung und vor allem auch das Familien-Setting.

00:06:59: Das bleibt war schon immer und muss auch das Fundament bleiben Und die Spritzy ist im Grunde ja ein Werkzeug obendrauf auf gar keinen fall des fundament.

00:07:10: Lass uns mal über die Daten reden.

00:07:14: Die wichtigste Studie heißt Step-Teens.

00:07:17: Was ist daran wichtig?

00:07:19: Steptines, es war oder ist die Zulassungsstudie für Semaglutit bei Jugendlichen ganz hoch publiziert im New England Journal of Medicine schon in den Jahr.

00:07:27: Also nicht irgendeine Zeitschrift sondern echt meine Lieblingszeitschriften genau ja.

00:07:32: also wirklich wenn da was kommt irgendwie dann hat das schon Bedeutung und ich studiere selber ging mit glaube ich rund zweihundert Jugendlichen mit rund siebzig Wochen Laufzeit randomisiert kontrolliert gegen Placebo.

00:07:43: also richtig ein richtig hochwertiges Studiendesign.

00:07:46: Aber nicht blind, ne?

00:07:47: Nee.

00:07:48: Blind war es nicht.

00:07:48: Das ist auch schwierig.

00:07:50: Und das Ergebnis ...

00:07:51: Ja also in der Sema-Glutit Gruppe sankt der BMI tatsächlich im Schnitt um sechzehn Prozent und in einer Placebogruppe schrieb er sogar leicht an und fast drei von vier Jugendlichen die die Spürze bekommen haben oder hatten verloren tatsächlich mehr als fünf Prozent ihres Körpergewichts.

00:08:06: Das medizinisch ziemlich relevant Weil fünf Prozent Gewichtsreduktion, wenn man das erreicht, dann sinkt auch tatsächlich nachweislich das Risiko für Folgeerkrankungen.

00:08:16: Und Lira-Cloutide?

00:08:17: Also Saxender

00:08:18: ... Ja, das ist schon so ein bisschen älter.

00:08:20: und da gab es eine andere Studie, die war ... Oah!

00:08:22: Nur überlegen wie ... ... zwanzundzwanzig ist die glaube ich gekommen.

00:08:26: Auch im New England Journal wirkt ebenfalls besser als Placebo aber war am Effekt deutlich schwächer.

00:08:31: Da gab's irgendwie vier Prozent BMI Reduktion gegenüber Placebo.

00:08:35: Also

00:08:35: beide wirken... Aber Seema Cloutid Wirkt stärker, richtig?

00:08:39: Genau.

00:08:40: So ist es irgendwie und da gibt's derweil auch schon diverse Meteranalysen zu also eine zum Beispiel aus zwei tausend fünf zwanzig Und die zeigen tatsächlich auch über die zeit weg dasselbe bild.

00:08:49: Jetzt kommt aber dein arber oder

00:08:51: ja Es gibt mehrere abes Also ich fasse dann mal zusammen eigentlich in drei würde ich denken

00:08:58: Ja

00:08:58: nehmen wir mal nummer eins also Die wirkung von der spritze.

00:09:02: Die hält nur so lange an solange wie die spritzer auch geben setzt man sie ab kommt ein erheblicher Teil des Gewichts zurück.

00:09:09: Das ist dann kein versagenes Patienten, sondern es schlicht und einfach Pharmakologie weil das ist ja letztlich ein Hormon dass das Hungergefühl bremst.

00:09:16: Und in der Praxis heißt das dann muss man auch ganz klar wissen irgendwie wir sprechen hier über eine Therapie die geht über Jahre möglicherweise sogar lebenslang je nachdem wie es gelingt irgendwie dort dieses Lebensumfeld umzustellen und das muss allen klar sein bevor man überhaupt mit dieser Spritze anfängt.

00:09:34: Aber Nummer zwei

00:09:35: Genau, Nummer zwei, Nebenwirkung.

00:09:37: Also die Nebenwirken sind tatsächlich relativ häufig und auch unangenehm.

00:09:42: Übelkeit erbrechen Durchfallverstopfung.

00:09:44: Gute Nachricht ist das es häufig am Anfang wenn die Medikation angefangen wird geht dann im Verlauf bei vielen zurück.

00:09:51: aber beim manchen Jugendlichen ist das richtig heftig.

00:09:54: Und gibt noch eine Sache irgendwie die muss man auch wissen Es gab tatsächlich in den Zulassungsstudien Signale über gehäufte Suizidgedanken unter so einer GLP-Einstherapie.

00:10:07: Das wird jetzt weiter geprüft, ist also kein klarer Zusammenhang mit den Suizidegedanken haben ja viele Faktoren.

00:10:14: Also gerade die Übergewicht kann das natürlich auch sein aber es war tatsächlich ein Signal dass zumindest auf dem Tisch kam nicht ausgeräumt.

00:10:22: Okay!

00:10:23: Das ist eine super wichtige Unterscheidung

00:10:26: Das ist super wichtig.

00:10:28: Also letztendlich wäre die Versprichter sei nichts dran, also das stimmt jetzt nicht mit den Suizidgedanken, der ist einfach nicht ehrlich.

00:10:34: Es muss man wissen und es ist zwar nicht bewiesen irgendwie aber da ist ja schon ein sehr gewichtiger Punkt.

00:10:40: Also standes ungeklärt, aber das gehört sicher in jedes Aufklärungsgespräch.

00:10:45: Und das dritte aber?

00:10:46: Das von drei Punkten gesprochen

00:10:47: Das ist ja immer so bei Medikamenten, die neu auf den Markt kommen.

00:10:50: Wir wissen natürlich nichts über Langzeitfolgen bei Jugendlichen und also Hormonen werde ich immer ein bisschen zurückhalten weil sie wirken ja potenziell irgendwie an vielen Stoffen.

00:10:59: Die längsten Daten, die wir jetzt auch wieder zurückgucken sind vielleicht so zwei drei Jahre oder sowas.

00:11:06: Und was passiert wenn wir Menschen für keine Ahnung zehn zwanzig Jahre oder so noch dazu auch in einem wachsenden Körper geben.

00:11:13: das wissen wir schlicht und einfach nicht.

00:11:16: Das heißt, wir machen gerade ein Stück weit einen Laufendes-Experiment.

00:11:21: Experiment hört sich jetzt immer so ein bisschen dramatisch an oder polemisch irgendwie.

00:11:25: das ist jetzt auch nicht richtig.

00:11:27: aber es ist so.

00:11:28: man muss sich einfach darüber im Klaren sein dass man nicht alles weiß und dass wir ganz genau hinschauen müssen im Verlaufen, dass wir das gut monitoren müssen.

00:11:35: also wir behandeln Jugendliche in einer kritischen Phase die noch wachsen mit einem Medikament dessen Langzeitprofil einfach noch Klar ist, also insofern irgendwie das muss man einfach wissen.

00:11:47: Okay, kommen wir doch jetzt mal zur Disziplin Frage über die wir ganz am Anfang gesprochen haben.

00:11:53: kurz und an dieser Stelle mal so einen kleinen Bogen schlagen!

00:11:57: Wir haben vor ein paar Monaten vielleicht erinnert ihr euch?

00:11:59: Also treue Hörerinnen-Wissens vielleicht eine Folge gemacht wie Zucker schon im Mutterleib programmiert wird.

00:12:07: Änderst du

00:12:08: dich?!

00:12:08: Ja klar, also total wichtiger Punkt und mega spannend auch.

00:12:13: Ich glaube ohne diese Folge im Hinterkopf kann man die heutige Diskussion gar nicht richtig führen weil sich sonst genau die alte Erzählung immer wieder einschlägt das Kind ist zu viel die Eltern haben es nicht im Griff.

00:12:27: ein bisschen mehr Disziplin du kennst das?

00:12:30: Das ist der Punkt den wir damals gemacht haben dass es eben nicht die Realität das muss man mal ganz klar sagen.

00:12:35: Erklär doch noch einmal kurz, was wir damals besprochen haben.

00:12:38: Was passiert biologisch wenn eine Mutter in der Schwangerschaft sehr viel Zucker und verarbeitete Lebensmittel ist?

00:12:45: Also da müssen wir jetzt mal kurz richtig präzise sein.

00:12:48: sondern es stehen vielleicht auch Missverständnisse.

00:12:50: also die Gene selbst.

00:12:52: ja die DNA die verändert sich natürlich nicht Das muss man ganz klar sagen.

00:12:56: Was sich aber verändern kann, ist das Ablesen der Gene und dass es abhängig von der Umwelt.

00:13:02: D.h.,

00:13:02: welches Gen wann und wie stark abgelesen wird?

00:13:05: Und das nennt man Epikynetik.

00:13:07: Fasi so nahe Schalter, der umgelegt wird... Also nicht das Gen selbst, sondern ausgetauscht war.

00:13:14: Es wird ein Schalter umgelegt

00:13:16: und

00:13:16: das wird programmiert weil die Werden eine Mama zu viel Zucker ist?

00:13:21: Genau, das ist ein ziemlich gutes Bild eigentlich.

00:13:23: Also wenn das Stoffwechselangebot im Mutterleib so hoch ist also zu viel Zucker, zu hohe Insulin-Spiegel dann lernt der kindliche Stoffwechsel dass es jetzt meine normale Welt da draußen und dann stellt er sich schlicht und einfach darauf ein.

00:13:38: Das heißt es passt sich einfach an.

00:13:39: die Sättigungssignale auch beim Fäten werden schon ganz anders justiert tatsächlich und auch die Insulin Empfindlichkeit wird andersjustiert.

00:13:48: Dazu kommt beispielsweise auch, dass Schmacksprägungen schon im Mutterleid gesetzt werden.

00:13:54: Im Grunde ist es so, dass auch dieses Belohnungssystem Menschen reagieren positiv mit Hormone-Ausschüttung auf Zucker.

00:14:03: Das heißt also auch das Serotonin-Dopaminergesystem wird schon im Feten anders kalibriert dadurch, dass der halt viel Zucker hat.

00:14:13: Das wird, wie ich sage, abhängig gemacht irgendwie.

00:14:15: Aber das ist tatsächlich ein Punkt, wo ein Säugling oder ein Fet programmiert wird im späteren Leben einfach mehr Zucker haben zu wollen.

00:14:24: Und das

00:14:25: passiert schon ganz früh in der Schwangerschaft?

00:14:27: Also es passiert schon im ersten

00:14:29: Drittel!

00:14:30: Während der Schwangerschaft, genau.

00:14:31: Also relativ früh, erst die dritte.

00:14:33: weiß ich jetzt nicht so genau ob das da schon ist aber auf jeden Fall würde ich denken im zweiten Termin und dann geht es los.

00:14:39: halt dass das alles ist.

00:14:41: Da muss sich passen.

00:14:42: Hört euch gerne auch nochmal die Folge an.

00:14:44: Da haben wir das auch alles historisch erklärt wie man darauf gekommen ist, dass die ersten tausend Tage wichtig

00:14:51: sind.

00:14:51: Ganz wichtig!

00:14:52: Das ist halt der mütterliche Stoffwechsel den fehlt beeinflusst und mich der rechte Indere.

00:14:56: irgendwie war das irgendwie so ab der Hälfte, also ungefähr so vierzehnte, fünfzehntel Woche oder sowas.

00:15:04: Und das Kind, das wir kennen wir auch schon haben ja irgendwie auch mal was zugemacht.

00:15:08: Du kannst beim Veten sehen wenn die Mutter unterschiedliche Nahrungsstoffe ist der reagiert tatsächlich mit seinem Gesicht.

00:15:15: Also diese Geschmacksrezeptoren sind aktiv.

00:15:18: Das heißt also was die Mutter isst schmeckt das Kind mit.

00:15:21: Das bedeutet, das Kind wird intrauterin.

00:15:24: Also bevor es den ersten Bissen selbst gegessen hat, bevor er überhaupt atmet, bevor es auf die Welt kommt, wird quasi ein Schalter umgelegt und es wird aufs Süß programmiert... Genau!

00:15:34: Und auch zu viel Zucker.

00:15:36: nicht nur süß, sondern auch viel Zucker ist viel Zucker da, das ist die normale Situation.

00:15:39: Du hast es gestern so schon erklärt?

00:15:41: Wir haben gestern mit unserem Sohn darüber gesprochen.

00:15:43: ich weiß gar nicht wie wir darauf gekommen sind, das weiß ich gar nicht.

00:15:46: Aber du hast es so schön erklärt, du hast gesagt diese Menschen, die halt schon genetisch oder epigenetisch vorprogrammiert sind.

00:15:52: Wo der Schalter umgelegt ist, wo irgendeiner ... Die sind auf süß gepolt und auf viel süß gepolt.

00:15:57: Das heißt sie kämpfen die ganze Zeit damit weil... Und da geht es nicht um Disziplin!

00:16:03: Jetzt muss ich stark sein?

00:16:05: Sondern das ist ... Genetisch wird man quasi dazu aufgefordert jetzt Zucker zu essen.

00:16:12: Ist das richtig?

00:16:12: Ja genau so.

00:16:14: Man könnte es fast ja genauso wie gesagt Ich glaube, ich habe sogar den Begriff Sucht genommen.

00:16:18: Du hast sogar den begriff

00:16:19: sucht genommen?

00:16:20: Das ist natürlich jetzt nicht richtig weil Sucht ist natürlich ganz anders definiert irgendwie.

00:16:25: aber vielleicht zum Verständnis ist es schon und das Verrückte ist...hört ja heute an den Mutterleib nicht auf.

00:16:30: In der Regel ist es so dass Mütter die letztendlich während der Schwangerschaft viel Zucker zu sich führen oder eine bestimmte Nahrungsmittel, Stoffwärtssituation haben.

00:16:39: Das geht ja in der Regel nach der Geburt auch weiter und da gibt es tatsächlich auch gute Studien zu, irgendwie auch zur Geschmacksprägung.

00:16:47: Wir hatten übrigens damals glaube ich auch an dieser Zuckerepysode auch mal über diese Geschichte mit dem Hunger-Winter in den Niederlanden

00:16:54: gesprochen.

00:16:54: Ja genau!

00:16:54: Hört euch die an!

00:16:55: Die kommt aus Blu-Vembeutti.

00:16:57: Genau das muss man sich einfach nochmal anhören.

00:16:59: Und da war das halt so... Da konnten wir das wirklich gut sehen, dass in dieser Kohorte, die man da untersucht hat ... wo halt Mütter mal hungern mussten.

00:17:07: Mhm.

00:17:08: Dass dort Effekte von diesen Müttern im Verhältnis zu denen, die das nicht mussten, Effekten bei den Kindern Jahrzehnte später gesehen haben.

00:17:18: Ja?

00:17:18: Das heißt, es war ein Beweis oder der erste richtig gute Untersuchung, dass es diese epigenetischen Spuren überhaupt gibt.

00:17:27: Also Ernährung im Mutterleib und danach hinterlässt Spuren beim Kind.

00:17:31: Okay, das heißt im Klartext wenn ein Kind heute mit zwölf Jahren stark übergewichtig in keine Ahnung in eine Adipositas-Sprechstunde kommt dieses Kind hat nicht in den letzten zwei Jahren versagt.

00:17:43: es ist eine ganz lange Vorgeschichte am Werk richtig?

00:17:47: Genau und dieser vorgeschichte spielen viele Dinge eine Rolle die für dieses Kind wirklich auch echt... Null Verantwortung trägt.

00:17:53: Also die intrauterine Stoffwechsel Umgebung, was kann denn das Kind dafür?

00:17:57: Auch die frühkindliche Geschmacksprägung, wie man den Eltern geben im Kindesessen, das Familien-Setting, die Lebensmittelumwelt.

00:18:03: All das sind Dinge irgendwie dem ist ein Kind, wenn du willst passiv... Ausgesetzt.

00:18:09: Also hört da gerne noch mal die Folge rein, das ist super spannend?

00:18:12: Super spannend!

00:18:12: Ist echt spannend.

00:18:13: Und ich weiß gar nicht warum nicht so viel darüber geredet wird, muss ich ganz ehrlich sagen...

00:18:17: Naja weil es halt viel einfacher ist irgendwie dort den Leuten zu sagen hier stellt er nicht an.

00:18:22: Es ist nur ein bisschen disziplin macht mal dass da halt viel mehr dahinter steckt irgendwie dass es vielen einfach zu kompliziert.

00:18:29: Ja aber wir haben uns auch nicht richtig getraut man real dazu zu machen.

00:18:32: sind wir mal ehrlich?

00:18:33: Haben wir jetzt?

00:18:39: Wir machen mal weiter.

00:18:39: Wir sind jetzt ein bisschen abgeschweift und lassen uns mal zu dem Thema Kosten gehen, also wer zahlt das eigentlich?

00:18:47: Und das ist tatsächlich auch der Teil... ihr wisst es da draußen, zumindest die, die wir uns auf Instagram folgen, dass mich das richtig sauer macht!

00:18:55: Wer zahlt diese

00:18:56: Therapie?!

00:18:58: Die Familie.

00:18:59: Ich

00:19:01: habe gerade noch mal geguckt, weil es ist ein komplexes Thema, der GBA hat ja gesagt irgendwie das macht Sinn.

00:19:07: trotzdem hat er da in dieses Bezüglich keinen Einfluss auf die Kassen also Stand jetzt ist obwohl es in der Leitung empfohlen wird für die zwölfjährigen halt mit BMI-E-Dreißig-Fimmdreißige plus Zusatzerkrankungen müssen aktuell die Familie noch aus eigener Tasche bezahlen.

00:19:22: die Möglichkeit, dass man das extra beantragt.

00:19:25: Aber aktuell ist das relativ schwierig und du bist davon abhängig, die Kasse, das im besonderen Fall mal zulässt.

00:19:32: Wenn du den drohst, es gibt Operieren oder da sind noch tausend andere Dinge, die eine Rolle spielen, die für die Krankenkasse noch teurer sind ... Dann kann man das versuchen.

00:19:41: irgendwie aber so richtig

00:19:42: toll ist es nicht.

00:19:43: Man muss ja auch dazu sagen, dass wir hier gerade von dreihundert Euro im Monat reden ungefähr rund!

00:19:51: Aber was ist denn die Begründung?

00:19:54: Die Begrindung ist, dass im Moment immer noch diese abnehmend schürzten Formal als Lifestyle-Medikamente gelten.

00:19:59: Das steht so im Sozialgesetzbuch, § thirty-four und das ist auch nochmal ... Ist auch schon vors Gericht gegangen irgendwie.

00:20:06: Sozialgericht in Mainz hat ich glaube letztes Jahr diese Position auch nochmal bestätigt.

00:20:11: also da war eine Familie, die hat da geklagt, irgendwie aber hat nicht recht bekommen.

00:20:15: Okay, Lifestyle bei einem zwölfjährigen Kind mit extremer Adipositas.

00:20:20: Genau!

00:20:20: Das pflegt total absurd, zwar wie Lifestyle.

00:20:25: Und genau das kritisieren ja auch unsere Fachgesellschaften.

00:20:28: Also es gibt eine Pressemitteilung dazu, Katastrophe.

00:20:31: Adipositas bei Kindern ist natürlich keine Lifestyle-Entscheidung eines zwölfjährigen.

00:20:38: Das ist ne chronische Erkrankung mit einem messbar massiv erhöhtem Risiko bis weit ins Erwachsen alter für viele, viele Sachen.

00:20:47: Ich hab's ja gerade schon gesagt.

00:20:48: also nochmal konkret kosten für die Familie ungefähr?

00:20:53: Rund drehundert Euro im Monat und das ist jetzt wie gesagt ja nicht nur eine Geschichte, weil das hört ja auf.

00:20:58: Die Wirkung und du hast da nicht in einem Monat irgendwie nicht ganz ein Problem gelöst.

00:21:02: also man muss damit rechnen dass es über Jahre geht.

00:21:05: Dauerhaften Therapie bist du mal schnell mal irgendwie bei zwanzigtausend Euro über

00:21:09: fünf Jahre

00:21:10: zum Beispiel.

00:21:11: Und das heißt im Klartext ein Kind aus einer Akademiker-Familie mit gutem Einkommen bekommt die leitlingerechte Therapie, einen Kind auf seiner Familie mit weniger Geld bekommt sie nicht.

00:21:21: Können wir das so sagen?

00:21:22: Ja ja das muss man tatsächlich so sagen.

00:21:24: genau das heißt es eigentlich irgendwie und dass ist also Wieder mal eine Katastrophe, also gerade in dem Bereich wo die Risikoverteilung sowieso schon sozial schief ist.

00:21:34: Also starkes Übergewicht im Kindesalter hier ist es in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern deutlich häufiger bei Familien mit niedrigen Einkommen und niedrige Bildungsstand.

00:21:43: Das ist jetzt aber überhaupt nicht ne moralische Aussage oder so was, das ist schlicht und einfach ne Feststellung über die Lebensumwelt, über das Wohnumfeld Bewegungsräume, Zeitressourcen bei Familien.

00:21:54: Die aus finanziell schwächeren Schichten kommen.

00:21:57: Wir haben also eine Situation die Krankheit trifft vor allem die, die weniger haben.

00:22:01: So hast du es gerade erklärt und die Therapie ist genau für die nicht zugänglich, die sie am neuer dringendsten bräuchten.

00:22:08: Ja

00:22:09: brutal aber ja genauso ist es.

00:22:11: Brutale Wahrheit okay dann bleiben wir kurz beim systemischen.

00:22:16: Wir reden hier viel über das Kind, über die Familie.

00:22:21: Kind ist ja nicht im Vakuum.

00:22:23: Genau, so kann man das sagen irgendwie.

00:22:25: Das Erkind ist natürlich in seiner Lebensmittel-Umwelt und ganz ehrlich, die Zuckersteuer hatten wir letztens, die sind in den letzten dreißig Jahren systematisch genau eine Richtung umgebaut worden.

00:22:40: Zucker billiger als Wasser in vielen Produkten hochverarbeitete Lebensmittel noch unnöcher allgegenwärtig in Werbung, Schulen oder Auslage auf Augenhöhe.

00:22:50: Und natürlich denkt mal an diese ganzen Geschichten irgendwie in den Supermärkten.

00:22:53: Also die ganzen Süßigkeiten, die genau auf Augenhöhe der Kinder sind.

00:22:58: Ja und gleichzeitig kein verbindliches verpflichtendes Werbeverbot für an unsere Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel.

00:23:09: Ich weiß das ist jetzt zumindest mit in der Diskussion aber so weit gehen sie ja dann nicht!

00:23:14: muss man sagen.

00:23:14: Genau, es gibt zwar einen Gesetzentwurf der liegt seit Jahren schick in der Schublade und wurde vom damaligen Nährungsminister dann gebracht von Östemir.

00:23:22: Der wurde dann aber politisch entschärft und wir haben bis heute in Deutschland keine verbindliche Regelung obwohl die Datenlage so was Frank-Klaas ist also Werbebeschränkung.

00:23:34: die Wirken und andere Länder machen uns das vor.

00:23:36: Ja genau und die Lebensmittel uns zu sehen?

00:23:39: Die Industrie in Deutschland hat da zwei Strategien.

00:23:42: Die hat sie so super erfolgreich verfolgt, erstens freiwillige Selbstverpflichtung die regelmäßig nicht eingehalten werden und auch nicht überprüft werden und zweitens die Verlagerung der Verantwortung auf den Konsumenten also auf die Familie und die Mutter die angeblich das Pausenbrot schichten einfach nicht richtig packt.

00:24:01: Super!

00:24:02: Und genau deshalb regt mich diese Wah, weiß ich nicht.

00:24:05: Verschiebungen so dermaßen auf.

00:24:07: erst baut man eine Lebensmittelumwelt die Kinder krank macht und dann wird Adipositas zur

00:24:14: Lobby-Lobby-

00:24:14: Lobby genau zur individuellen Disziplinfrage erklärt Und dann wird die Wirksame Therapie haben wir gerade drüber gesprochen als Lifestyle Produkt eingestuft und dann zahlen die Familien die am wenigsten dafür können eigentlich am meisten dafür.

00:24:29: Genau das ist Die Schieflage.

00:24:32: Und ehrlich gesagt, je länger wir jetzt darüber sprechen, desto sauerer werde ich wieder... Also das ist ja eigentlich tatsächlich das Entscheidende und es gehört genau in dieses Gespräch weil sonst reden wir über irgendeine Spritze also die wieder nur irgendwie oben rumfummelt, obwohl das Problem dahinter durchaus gelöst werden könnte.

00:24:49: Das Problem ist ja multifaktoriell.

00:24:51: Also man kann ja nicht nur, ja genau haben wir schon gesagt.

00:24:53: Aber ich würde jetzt gerne einfach mal darauf kommen so ein bisschen in unsere Richtung.

00:24:59: also wie würden wir entscheiden?

00:25:01: Du bist ja Kinderarzt und du siehst diese Familie eigentlich wird sagen fast jeden Tag oder?

00:25:07: Jeden Tag, aber schon häufig.

00:25:10: Besonders spreche ich auch immer offen an.

00:25:12: Oder auch in der Klinik selbst?

00:25:14: In einer

00:25:15: Klinique sehe ich es jeden Tag.

00:25:17: Doch das ist schon richtig.

00:25:20: Also für diejenigen, der es nicht weiß... Doktor Di hat ja nicht nur eine Ambulanz aus einem kleinen Kindheitspraxis, sondern er hat ja auch einen Chef...

00:25:29: Bei jedem Tag Visite!

00:25:31: Wobei

00:25:32: auf der Neo, wenn ich auf eine Neontensivvisite mache, dann spielt das in der Regel noch nicht so eine Großucht.

00:25:36: Aber bei den anderen auf jeden Fall.

00:25:40: Ein zwölfriges Mädchen zum Beispiel kommt in deine Sprechstunde.

00:25:43: Nehmen wir mal an, BMI über der neunundneunzigsten Komma fünften Perzentide.

00:25:48: Also richtig weit oben?

00:25:50: Richtig weit oben!

00:25:52: Erste Begleiterkrankungen von mir ist erschöpft hat schon vieles versucht.

00:25:56: würdest du heute die Spritze empfehlen?

00:25:59: Oh das ist eine schwere Entscheidung.

00:26:01: also ich würde es auf jeden fall Ehrlich gesagt, ernsthaft mit der Familie besprechen.

00:26:04: Das muss ich schon sagen irgendwie... Ich würde das natürlich nicht irgendwie zu so einer... Auch

00:26:08: mit dem Kind oder?

00:26:09: Ja klar!

00:26:10: Wir gehen ja sowieso aus ab zwölf und jetzt im Jahrtaum können wir es durchaus verstehen.

00:26:14: Aber es ist natürlich nicht die erste Maßnahme und bei Weibten nicht die einzige aber es ist eine Hilfe im Rahmen eines Gesamtkonzeptes.

00:26:22: also letztendlich muss es immer so sein, die Basis muss immer ne strukturierte Lebensstiltherapie Eigentlich auch schon begonnen wurde, wo man sehen kann, dass das realistisch ist.

00:26:36: Dass es auch läuft.

00:26:37: Dann müssen Begleiterkrankungen dabei sein.

00:26:40: Das ist nur Übergewicht.

00:26:43: Allein finde ich jetzt nicht ... Gut kann man da stellen über welche zurückhalten.

00:26:47: Und das Kind muss selbst Einsicht haben und selbst leiden.

00:26:53: Leiden im Sinne von ... In Anführungsstrichen.

00:26:56: Aber das Kind musst ja mitmachen!

00:26:58: Es reicht natürlich nicht nur, die Umwelt zu vomatieren und Spritze zu geben.

00:27:03: Sonst muss das Kind auch überzeugt sein.

00:27:05: Und letztendlich wird bei der Therapie immer nur einen spezialisierten Zentrum machen.

00:27:12: Ich bin keinem, aber ich würde mit denen sprechen, dass es geht... ...und dann entsprechend weiter überweisen.

00:27:17: Okay!

00:27:17: Wann würdest du ganz klar Nein sagen?

00:27:20: Auf jeden Fall, wenn diese Geschichte den Lebensstil ist, haben wir auch schon mit dem Lebensstiel an.

00:27:24: Aber die Umwelt des Kindes, also die Lebensumwelt, die Ess-Umwelt und die Bewegungsumwelt noch gar nicht ernsthaft angeschaut wurde.

00:27:32: Und natürlich, wenn die Kinder noch jünger sind.

00:27:34: Das Präparat hier erst ab zwölf zugelassen.

00:27:36: Und kann man sich jetzt vorher sparen.

00:27:38: Was noch wichtig ist, wie gesagt hatte ich gerade schon gesagt es muss ein multimodales Konzept sein das heißt also es muss einem Zentrum gemacht werden und dieses Zentrum muss ein erfahrenes Team drum herum haben.

00:27:49: dazu gehörten auch nicht nur Ernährungsberater und Ärzte sondern dazu gehören zum Beispiel auch Psychologen.

00:27:55: Also das muss natürlich irgendwie auch psychologisch weiter begleitet werden.

00:27:59: was auch noch wichtig is finde ich Kind und Eltern müssen über Nebenwirkung und über die Unklarheit bezüglich der Langzeitfolgen aufgeklärt sein.

00:28:10: Die gibt ja noch gar nicht so richtig?

00:28:12: Nee, gibt es nicht!

00:28:13: Aber man muss es halt zumindest sagen irgendwie und da müssen sie halt entscheiden.

00:28:17: aber sonst kann man das ja nicht machen.

00:28:20: Und mein Thege ist...die Spritze ist jetzt gar nicht der Skandal.

00:28:24: Der Skandal ist dass wir in einem Punkt landen an dem ein zwölfjähriges Kind einen Ja, ein lebenslanges Medikament bekommen soll.

00:28:32: Weil wir gesellschaftlich es nicht geschafft haben das Problem einfach mal zwölf Jahre früher zu

00:28:36: klären.

00:28:37: Genau und diesen Satz den muss man sich jetzt mal so richtig merken weil das ist genau der Punkt.

00:28:44: ja Das Kind ist in eine Umwelt geboren Vital Neonatal Kleinkind Kind wo man hätte vielfach ansetzen können.

00:28:55: Und jetzt kommen wir irgendwie zwölf Jahre später, wollen mit einer Spritze alles retten.

00:28:59: Also letztendlich ist das eigentlich genau auch unser Punkt?

00:29:02: Genau!

00:29:02: Das ist unser Punkt.

00:29:03: und ich muss noch mal erklären warum ich diesen Satz gesagt habe weil ich nämlich viele viele viele Jahre... Ich weiß nicht ob ich es will, ich hab Gesundheitswissenschaften studiert und auch viele präventive Programme dies Jahr gibt Und viele gab es und ich nenne es Projektitis, dass wir einfach viel Geld in die Forschung gesteckt haben für Programme, die da entwickelt wurden.

00:29:25: Die einfach für drei Jahre gemacht worden dann gab's kein Geld mehr?

00:29:28: Dann konnte das nicht weiterverfolgt werden.

00:29:30: und also Programme in Schulen redig von großen Präventionsprogrammen, die wissenschaftlich begleitet wurden für drei Jahren mal mehr oder weniger gut funktioniert haben aber nie nachhaltig eingeführt wurden Und es hat nichts gebracht.

00:29:43: Darüber haben wir letztens auch diskutiert.

00:29:46: Klar kann man sich hinstellen, ja dann ist halt weniger oder ja dann habt mehr Disziplin und was weiß ich?

00:29:51: Aber alle Programme alles was aus wissenschaftlicher Seite und auch auf seites Staat passiert ist, da haben wir schon gesagt das nicht genug passiert weil wir über die Zuckersteuer reden aber oder Werbungsverbot reden, aber es hat alles nichts gebracht!

00:30:06: Die Zahlen steigen.

00:30:08: Und jetzt kommen wir zum Praxisblog.

00:30:09: Wer von euch uns zuhört, weil das Thema akut ist... Hier sind ein paar Tipps und der erste Tipp ist

00:30:16: Dr.

00:30:16: Di?

00:30:17: Wenn ihr euch für euer Kind eine medikamentöse Behandlung wirklich erwägt dann enttutet mir den Gefallen und geht nicht zum Termin und sagt Wir wollen die Spritze.

00:30:26: Sondern es geht immer darum, irgendwie zunächst mal die gesamte Situation einzuschätzen.

00:30:31: Wo stehen wir jetzt?

00:30:32: Was haben wir bisher schon versucht an den ganzen Maßnahmen, die wir vorhin schon gesagt haben, welche Optionen gibt's eigentlich?

00:30:38: Also weg von der Spritze als erster Wunsch sondern mehr hin zur Standortbestimmung.

00:30:45: und zweiter Tipp.

00:30:46: Zweitens geht anders... Adipositaszentrum.

00:30:49: Lass euch das nennen, was da halt ist.

00:30:51: Was dann letztendlich auch die Therapie macht.

00:30:53: Sagt auch die Leitlinie also weil es viele Dinge multimodal wichtig sind.

00:30:58: Also nur in spezialisierten Zentren und wenn euch jetzt jemand sagt irgendwie in so einer... Jetzt nicht kein Ärzte-Bashing, aber sagen wir mal der normale Kinderarzt oder allgemein als wäre immer das betreut.

00:31:09: Das ist einfach schlicht auch nicht leidlinig gerecht.

00:31:12: Das ist wie eine monokausale Therapie, die bringt gar nichts.

00:31:17: Eine wichtige Information, weil sonst hilft das alles nicht.

00:31:21: Dritter Tipp?

00:31:22: Die zehn Fragen, die wir am Anfang hatten irgendwie bringt mir mal zum Aufklärungsgespräch mit.

00:31:26: Wir wollten das glaube ich auch in die Show-Notes machen und die zentrale Frage darunter ist noch würdet ihr eigenen Kind in dieser Situation die Therapie empfehlen und warum?

00:31:37: Diese Frage stellt das Gespräch aus so ein bisschen noch auf eine andere Ebene.

00:31:42: Und der vierte Tipp

00:31:43: Das brecht mir der Krankenkass versuchtes jedenfalls, bevor er anfängt.

00:31:47: Am besten natürlich schriftlich nicht am Telefon, weil das geht sowieso so schief und lasst euch auch die Ablehnung schriftlig geben.

00:31:54: Es gibt dabei auch schon Einzelfälle, da hat man über Härtefallanträge tatsächlich die Kosten durchgesetzt.

00:32:02: Dass es gilt besonders wenn die Kinder deutlich übergewichtigt sind wie im IE-Dreißig,

00:32:11: Fünftertipp?

00:32:11: Wenn ihr Studien offen seid, dann fragt noch mal explizit nach laufenden Studien.

00:32:16: Das ist eine Kostensache.

00:32:18: Es gibt ja noch Studien die finanziert werden von der Pharmaindustrie nicht überall aber zumindest lohnt es sich möglicherweise da an einer Teil zu nehmen.

00:32:28: und Tipp Nummer sechs

00:32:29: das ist der wichtigste mach's einfach

00:32:32: wenn euer Kind noch klein ist und ihr hört uns geradezu und denkt Meinst du es ja jetzt irgendwie noch ganz winzig, mein Kind?

00:32:39: Das betrifft mich nicht.

00:32:40: Dann doch!

00:32:41: Die wirksamste Adipositasprävention findet nämlich in den ersten tausend Tagen statt.

00:32:47: Haben wir gerade schon drüber gesprochen?

00:32:48: also nochmal der Tipp an

00:32:51: dem

00:32:51: Podcast, den wir dazu gemacht haben vor der Schwangerschaft und in den Ersten beiden Lebensjahren.

00:32:57: Ganz wichtig.

00:32:58: Deswegen

00:32:58: ist dieser Podcast oder dieses Thema hier gerade für euch total wichtig.

00:33:04: Was das konkret heißt, in der Schwangerschaft möglichst wenig stark... Also ich fasse es noch mal zusammen.

00:33:09: Wenigstarkhaltige oder starkzuckerhaltige Getränke keine Süßstoffmassen konn... Das ist Konsum.

00:33:18: Christian

00:33:19: Wolf, wir kommen.

00:33:19: Oh Scheiße!

00:33:20: Als sie aussprechen wollte habe ich gedacht scheiße, weil das jetzt hört nehmt ihr uns auseinander.

00:33:24: Aber

00:33:25: es geht immer... Na die Dosis macht das Gift als eine angebliche Alternative guter Eiweiß- und Ballerstoffversorgung in der Stillzeit.

00:33:33: dasselbe denn?

00:33:35: Ja Aromen passen Passieren die Milch?

00:33:38: Ja, die gehen da rein.

00:33:39: Aromen

00:33:39: passieren die milch genau bei der Beikost nicht süßen auch nicht mit Apfelmus zu allen.

00:33:45: Auch hier wieder die Dosis macht das Gift.

00:33:48: aber Wasser als Standardgetränk etablieren also keine Säfte auch keine verdünnten

00:33:55: möglichst

00:33:56: nicht.

00:33:56: Also es ist eigentlich nicht ein Stein gemeißelt und man soll das alles nicht so dogmatisch halten Aber

00:34:03: ja einfach achtsam sein.

00:34:05: Letztendlich ist es dann so, fünf Jahre später wenn die Kinder sowieso aus eurer Kontrolle entfliehen nämlich in der Schule.

00:34:11: Wenn da halt die ganzen Klassenkamera mit den Süßgetränken kommen und dann ist das halt auch schwierig.

00:34:16: Wenn ihr dann im Kind habt irgendwie diese geprägte Sättigung, eine Seebegenetik hat, dann sind ja natürlich viel empfindlicher.

00:34:23: Wenn das nicht so ist, dann ist ein solcher Reiz So reizend.

00:34:29: Dann wird das vielleicht nicht sofort konsumiert, keine Garantie irgendwie.

00:34:32: aber es ist doch ganz klar wenn diese süßen Sachen einfach nicht so beliebt sind oder danach gehungert wird dann ist das Kind auch weniger empfänglich dafür.

00:34:44: Ich kann ja noch mal ein bisschen was aus unserer als unsere Kinder noch jung waren erzählen.

00:34:49: also einfach mal eine Erfahrung.

00:34:52: Wir haben schon immer versucht, da sehr drauf zu achten.

00:34:55: Jetzt nicht dogmatisch aber schon irgendwie auf gesunde Ernährung.

00:34:59: wenig Zucker blablabla.

00:35:01: wir sind super selten zum McDonalds gefahren und das war damals unsere Chinasenie

00:35:05: alle schon.

00:35:05: Das war ein Highlight!

00:35:07: Man kann die

00:35:07: Sachen machen gar keine Fragen, aber süße Sachen und diese verarbeiteten Sachen.

00:35:13: Aber

00:35:13: was ich eigentlich sagen wollte ist, dass sie einfach so eine Basis mitbekommen haben und dann kam genau diese Zeit von denen wir gerade gönnen.

00:35:19: Wenn dann Peer-Curves kommen Freunde kommen die gehen dann einfach in der Pause nach der Schule Was weiß ich?

00:35:26: Dann hat man die Kontrolle einfach nicht mehr Und da muss man auch ein Auge zudrücken.

00:35:30: und wenn diese Phase dann vorbei ist bei allen unseren Kindern also selbst Also wirklich bei allen Mittlerweile, und der Jüngste wird jetzt zweiundzwanzig.

00:35:40: Kommt wieder die gesunde... Also es hat funktioniert!

00:35:44: Also

00:35:44: alle ernähren sich super gesund und achten darauf und reden auch viel darüber und es hat irgendwie funktioniert.

00:35:51: Ja weiß ich nicht ob das jetzt unterverdienstet ist irgendwie aber doch

00:35:54: richtig schon

00:35:55: Okay

00:35:58: okay Ich würde denken Das war's für heute Und würde natürlich Super gerne wieder meinen Spruch sagen.

00:36:05: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann gebt uns bitte eine fünf-Sterne-Bewertung egal wo ihr sie jetzt hört.

00:36:10: das ist eure Unterstützung für uns.

00:36:12: Das brauchen wir wirklich sehr um Sichtbarkeit ne?

00:36:15: Also im Game ist Sichtbarigkeit einfach das A und O Und wenn ihr Fragen habt auch das sagen wir immer wieder schickt uns eine Mail an postepedicus.de oder schickt unsere WhatsApp.

00:36:26: findet ihr auch in der Bio auf Instagram aber auch auf unserer Webseite die WhatsApp-Nummer, checkt unsere Sprachnachrichten und alles was längere Fragen sind bringen wir auch in unserem regelmäßigen Q&A Podcast.

00:36:42: Genau!

00:36:44: Tschüss!

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