Wenn Babys schreien: Was wirklich hilft – Regulation statt Überforderung
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das viele Eltern an ihre Grenzen bringt – und über das viel zu oft falsch gesprochen wird: dauerhaftes Schreien bei Babys. Gemeinsam schauen wir darauf, warum Schreien kein „Bauchproblem“ ist, warum der Begriff Drei-Monats-Koliken überholt ist – und weshalb es stattdessen um frühkindliche Regulationsstörungen geht.
Wir erklären, was Regulation eigentlich bedeutet, warum Babys sich nicht selbst beruhigen können und wieso Nähe, Vorhersehbarkeit und Ruhe keine Gewohnheit schaffen, sondern Sicherheit. Diese Episode ist praxisnah, ehrlich und bewusst ohne Schuldzuweisungen. Denn Schreien ist kein Versagen – sondern ein Signal.
Wir nehmen dich mit durch:
- die medizinischen Basics, die immer zuerst abgeklärt werden müssen
- frühe Warnzeichen von Überreizung (lange bevor es eskaliert)
- typische Fehler, die aus Verzweiflung entstehen – und alles schlimmer machen
- konkrete Schritt-für-Schritt-Strategien, die wirklich helfen
- und den ehrlichen Umgang mit Situationen, in denen Eltern selbst an ihr Limit kommen
Diese Folge darf dir Orientierung geben, dich entlasten und dir zeigen: 👉 Dein Baby braucht keine perfekten Lösungen – sondern ein reguliertes Gegenüber. Wenn du magst, hör diese Folge nicht nebenbei.Hol dir einen ruhigen Moment, nimm dir Zeit – und nimm vor allem dich selbst ernst.
💡 Highlights der Folge
- Warum Schreien immer ernst zu nehmen ist – aber keine Diagnose darstellt
- Weshalb Babys sich nicht selbst regulieren können
- Frühwarnzeichen von Überreizung erkennen (Blick, Atmung, Körperspannung)
- Warum „mehr machen“ oft genau das Falsche ist
- Die 6 wichtigsten Schritte im Umgang mit exzessivem Schreien
- Co-Regulation statt Schlaftraining
- Warum Eltern kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie Pausen brauchen
- Shark Music: Was im Nervensystem der Eltern passiert – und wie man damit umgeht
⏱️ Kapitelmarken
- 🎧 (00:00:00) Warum Schreien kein „normaler Zustand“ ist
- 🎧 (00:03:30) Medizinische Abklärung: Was zuerst ausgeschlossen werden muss
- 🎧 (00:08:45) Abschied von den „Drei-Monats-Koliken“
- 🎧 (00:12:10) Was Regulation wirklich bedeutet
- 🎧 (00:18:00) Warum Babys Nähe brauchen (und nicht verwöhnt werden)
- 🎧 (00:22:40) Frühwarnzeichen von Überreizung erkennen
- 🎧 (00:28:30) Eskalation: Wenn nichts mehr hilft
- 🎧 (00:32:00) Die 6 Schritte im Akutfall
- 🎧 (00:41:10) Selbstschutz für Eltern: Wann Abstand wichtig ist
- 🎧 (00:48:00) Federwiege, weißes Rauschen & Co – Hilfe oder Lösung?
- 🎧 (00:54:30) Warum Schlaftraining keine Regulation ist
- 🎧 (01:02:00) Was Eltern wirklich hilft – langfristig
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Liebste Grüße
Dr. D & Dr. Jane
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Transkript anzeigen
00:00:00: So, ein herzliches Willkommen zu einer neuen Podcastfolge.
00:00:05: Auch von mir?
00:00:06: Ja.
00:00:07: Dr.
00:00:07: D ist wieder am Board.
00:00:08: Heute ist eine kleine Prämie hier.
00:00:10: Es geht nämlich um ein sehr, sehr, sehr komplexes Thema.
00:00:15: Wir sprechen über Regulationstörungen.
00:00:18: Also, wir machen quasi drei Dinge.
00:00:22: Erstens, natürlich muss man erst mal alles medizinisch abklären lassen.
00:00:26: Also, was kann hinter dauerhaften Schreien stecken?
00:00:30: Zweitens klären wir, was Regulation eigentlich so richtig ist und drittens geben wir euch konkrete praktische, ich würde fast sagen, so step by step Anleitungen.
00:00:44: Aber wir fangen erstmal an und das ist super wichtig, Doktor Di, wenn ein Baby dauerhaft schreit.
00:00:51: Ist das für Eltern extrem beängstigend?
00:00:53: Das kennst du aus deiner Praxis.
00:00:58: Was ist dein erster Gedanke als Kinderarzt?
00:01:00: Was muss man medizinisch ausschließen, bevor man eigentlich an Regulationsstörungen denkt oder darüber spricht oder du sie ansprichst?
00:01:09: Ja, also, das ist so eine klassische Situation, irgendwie zu U-Drei, irgendwie oder auch schon, also mit so drei, vier Wochen, manchmal auch schon mit zwei Wochen.
00:01:20: Aber das zieht sich irgendwie auch hin, so als Thema schreiendes Kind bis, wow, vier bis sechs Monate oder sowas.
00:01:27: Also das ist schon ein häufiges Thema.
00:01:31: Also überschreien rede ich irgendwie in meinem klinischen Alltag, irgendwie in der Ambulanz, mit ungefähr einem Drittel aller Eltern.
00:01:38: Also das ist schon ein häufiges Thema tatsächlich.
00:01:42: Und für mich ist erst mal so als Kinderarzt irgendwie, ist schreien erst mal ... Ein Symptom, und zwar immer ein ernstzunehmendes Symptom.
00:01:51: Es ist keine Diagnose irgendwie, aber es ist ein Symptom für irgendein echtes Problem.
00:01:56: Weil letztendlich ist Schreien erst mal nicht normal, sondern es zeigt halt, das Baby hat irgendein Problem.
00:02:02: Und ich nehme das auch wirklich immer ernst.
00:02:05: Und als Mediziner, sei mal als Kindermediziner gucke ich natürlich immer zuerst, ist da jetzt irgendwas ganz Stimmes dabei?
00:02:14: Irgendwie ist das, gibt es eine Ursache, die ich jetzt sofort behandeln muss.
00:02:17: Und da gibt es tatsächlich so ein paar, wenn Eltern zu mir kommen, die sagen, mein Kind schreit jetzt seit Stunden.
00:02:24: Zum Beispiel, wenn die das erste Mal kommen oder schreit seit Tagen, wie auch immer.
00:02:27: Da gibt es schon ein paar medizinische Gründe, die direkt abgeklärt werden müssen.
00:02:31: Es gibt ein paar harmlose, erst mal.
00:02:34: Dazu gehört zum Beispiel, wenn sich Kind hat einfach Hunger oder kriegt nicht genug zu essen, wenn es zum Beispiel irgendwie unruhig in der Brust ist oder die bei der Flasche nicht richtig satt wird oder kurze Trinkphasen hat.
00:02:45: Da gucke ich zum Beispiel, wie ist die Gewichtsentwicklung, wie hat das Kind lasse windeln, wie ist das stillen.
00:02:51: Wobei ich dann auch mal gerne auf die Hebammen zurückgreife.
00:02:54: Wenn ich ihn verdacht habe, irgendwie auf den Gestillproblem, dann hast du schon irgendwie eine Stillberatung gemacht, ist deine Hebammen noch da, fragt die da nochmal, die soll ich jetzt mal angucken.
00:03:03: Also das ist das eine.
00:03:04: Dann diese Speikinder spucken den Kinder mit Reflux beispielsweise.
00:03:09: Das kann auch mal sein.
00:03:09: Da gucke ich ja, wann kommt das eigentlich vor?
00:03:11: Wie ist das vor allem im Liegen?
00:03:13: Ist das direkt nach dem Trinken oder auch zwischendurch?
00:03:15: Die Kinder sind sehr unruhig.
00:03:17: Und auch da gilt bei diesem Reflux, also Speikindern, nehmen die jetzt richtig zu.
00:03:24: müssen die nicht husten oder sowas.
00:03:26: Wenn das so ist, dann ist es ein bisschen egal, ob die jetzt spucken oder nicht.
00:03:30: Also kriege ich hier Gewichtsentwicklung irgendwie und kein Husten zwischendurch, alles gut.
00:03:35: Wenn das was anderes ist, muss ich gucken.
00:03:38: Dann kumme ich Allergie, auch bei so Kindern, die viel scheinen.
00:03:41: Kumme ich Eiweißallergie?
00:03:43: Genau, kumme ich Eiweißallergie, richtig.
00:03:45: Ich meine es ja immer, das Eiweiß allergisch, völlig korrekt, völlig korrekt.
00:03:50: Ja, also nicht gegen kumme ich, also alles gut.
00:03:52: Da gucke ich halt irgendwie, wenn ich da Hinweis drauf habe, irgendwie auf die Familie in einer Nese, hat irgendjemand anders irgendwelche Allergien oder Hauterkrankungen zum Beispiel, also atropisch dermatitis oder sowas, haben die Kinder blutige Stühle, nehmen die richtig zu, haben sie vielleicht gleichzeitig noch irgendwie einen Hautausschlag und sind vor allem, und das ist halt bei kumich Allergien schon so irgendwie, haben die so richtige Beschwerden, also deutliche Bauchbeschwerden, Gebläter brauchen den ganzen Tag über.
00:04:20: Und so war es irgendwie, das ist halt dann immer schon Hinweis für Komik.
00:04:23: Und
00:04:23: Blut im Stuhl muss nicht immer sein.
00:04:25: Nein, völlig richtig, auch da ist gut dabei.
00:04:28: Also ich meine, Komik, Komik, Eiweiß, Allergie, das vermutet immer viele bei schreienden Kindern, muss man allerdings sagen, wenn man die Studien anguckt dazu, also eins von zehn, wo man das vermutet ist, hat es dann tatsächlich, das ist so eine einfache Diagnose, aber es ist vergleichsweise selten.
00:04:45: Was ist auch das
00:04:47: Gefühl, die Tendenz geht ein bisschen hoch, also die Zahlen gehen ein bisschen hoch?
00:04:52: Also gucke ich Eibersallergie, wüsste ich jetzt ehrlich gesagt nicht, dass das so ist.
00:04:56: Also habe ich weder im Gefühl noch, schütze das die Daten.
00:05:00: Gut, dann, wenn so ein Kind akut schreit, muss man natürlich immer gucken, dann haben die jetzt irgendein akutes Problem, irgendwelche Infekte, also in Ohren oder was auch immer.
00:05:09: Da kann man A, gucken, ob die Fieber haben, wie der Allgemeinzustand ist, mal gucken, ob die Ohren rein.
00:05:15: haben die einen Hainwegsinfekt, also Bauchschmerzen dann in der Situation, da kann man eine Rienuntersuchung machen.
00:05:21: Auch ganz wichtig, als organische Problematik bei schreienden Kindern ist, wie ist eigentlich der Stühlgang?
00:05:27: Also gibt es dort Probleme?
00:05:29: Haben die vielleicht Verstopfung?
00:05:32: Geht das nicht gut raus mit all diesen ganzen Sachen?
00:05:34: Ist der Bauch hart?
00:05:35: Haben die selten Stühle?
00:05:37: Wobei auch das, da sind die Bandbreite immer relativ hoch.
00:05:40: Muss man halt so ein bisschen gucken, wie sind die Kinder jetzt gestillt oder werden sie vomula ernährt.
00:05:45: Muss man halt gucken.
00:05:47: Wichtig bei der Stuhlsache ist auch immer irgendwie zu schauen, nicht die absolute Zahl an Stuhlgängen, sondern wie hat sich das entwickelt.
00:05:54: Wenn ein Kind irgendwie von einmal, jeden Tag, zehnmal, jetzt auf einmal nur noch zweimal irgendwie macht, dann ist das relevant.
00:06:01: Aber sonst eigentlich nicht.
00:06:03: Das Kind muss natürlich ordentlich untersucht werden neben Ohren und Hals.
00:06:07: Irgendwie muss man natürlich auch mal gucken, wie an solche Sachen wie Hände und Füße und Penis, weil sich gerade bei Wüttern nach der Geburt den Fallen häufiger mal durch die Hormonungsstellung die Haare aus.
00:06:22: Und da kann sich sowas mal umwickeln und kann den Kindern halt ganz toll weh tun.
00:06:26: Und so.
00:06:27: Also so um die Finger weg, um die Finger oder auch um den Penis wickeln und dann auch wirklich so.
00:06:32: Genau,
00:06:32: das sind also organische Sachen irgendwie.
00:06:34: So ein Kind, ein schreienes Kind muss natürlich ordentlich untersucht werden und wie muss ein guter Anamnese gemacht werden.
00:06:40: Und dann hast du eigentlich so die organischen Sachen weitgehend weg.
00:06:47: Also wo ich immer direkt an.
00:06:50: was organisch denke und das muss auch... in der Regel bei gerade so kleinen Säuglingen in dem Alter immer sofort therapiert werden ist, wenn die Fieber haben oder deutlich reduziert in der Gemeindezustand sind, wenn sie das trinken verweigern oder sogar so weit verweigern, dass sie nicht richtig Gewicht zu nehmen, also im Gedeien gestört sind oder sogar Ausdruckungszeichen haben.
00:07:11: Dann, was auch überhaupt nicht normal ist, wenn die Kinder Ich lass mir dann auch mal Videos zeigen und richtig Schrillschreien.
00:07:20: Also, da gibt es schon Unterschiede zwischen Schreien und Schreien.
00:07:24: Weil, wenn Schrillschreien ist, häufig auch eher ein Hinweis auf eine organische Erkrankung.
00:07:31: Dann Blut im Stuhl, finde ich immer auch nicht so witzig.
00:07:33: Also, da denke ich immer an so fiese Sachen, irgendwie wie, was sich Volvo los in Invagination, also so eine wirklich Darm-Vertrehung mit, die wirklich sehr ernste Erkrankungen sind.
00:07:44: Häufig ist es das nicht, weil es selten ist, irgendwie bei Blutmestuhl ist für mich immer so, aber ja, da geht jetzt irgendwie das ganz, ganz hoch mit dem Alarm.
00:07:53: Und was immer gilt, das gilt aber nicht nur für Babys, sondern irgendwie auch für das gesamte weitere Leben ist, wenn Kinder irgendwie... nicht gut oder wenig ansprechbar sind, wenn sie irgendwie apathisch sind, auffällig schläfrig oder sowas.
00:08:08: Das ist etwas, das passt überhaupt gar nicht zu nichtorganischen Erkrankungen.
00:08:14: Dass das also immer etwas, was total ernst zu nehmen ist.
00:08:17: Genau,
00:08:17: und wenn medizinisch nichts akutes, also all das, was du gerade erklärt hast, dahinter steckt, heißt das aber nicht.
00:08:24: dass nichts ist.
00:08:25: Nein,
00:08:26: überhaupt nicht.
00:08:27: Schreien ist immer was.
00:08:28: Schreien ist immer was.
00:08:29: Und jetzt dürfen wir aber nachdem organisch alles abgeklärt ist, das ist immer wichtig, das geht immer voraus, dürfen wir natürlich jetzt auch mal auf das Nervensystem, auf die Reizverarbeitung und die Beziehung schauen, richtig?
00:08:42: Völlig richtig.
00:08:43: Also wir müssen erstmal sicher sein, dass es nichts organisches, akut jetzt zu behandeln, das ist.
00:08:48: Und dann können wir schauen, hat das Schrein vielleicht eine andere Ursache.
00:08:53: Und da kommen wir jetzt zu deinem Special-Thema, nämlich der Regulation.
00:08:58: Aber vorweg muss man einfach sagen, eigentlich geht es ja immer noch um den Begriff Kollegen.
00:09:03: Drei Monats-Kollegen hörst du immer wieder, aber den benutzen wir ja heute gar nicht mehr.
00:09:08: Kannst du es kurz erklären, warum?
00:09:10: Und was, wie es definiert ist eigentlich, Schrein.
00:09:13: Schrei Baby.
00:09:14: Schreibebi, okay.
00:09:15: Also erstmal Schreibebi, manchmal die Definition.
00:09:18: zunächst, das weiß auch jeder Mediziner, das ist diese Dreierregel, die Dreierregel heißt irgendwie, man bezeichnet dann ein Schreikind als Schreikind, wenn es länger als drei Stunden für drei Tage in der mindestens, also mindestens länger als drei Stunden, mindestens drei Tage in der Woche über mindestens drei Wochen.
00:09:39: geschrien hat.
00:09:40: Das hat natürlich eine echte lange Zeit schon mal irgendwie.
00:09:43: Also, wenn man so lange gewartet hat, ich weiß nicht.
00:09:46: Also, meistens kommen die Kinder irgendwie ... Nee, die Kinder mit den Eltern kommen schon bei der ersten drei Stunden eine Schrei-Episode zu mir.
00:09:53: Und dann hat man auch Zeit, irgendwie die organischen Sachen so weit abzuklären.
00:09:57: Und dann guckt man sich das irgendwie, keine Ahnung, ein, zwei Wochen an.
00:10:01: Für mich ist es auch drei.
00:10:02: Und dann kriegen die Kinder, wenn man nichts Organisches gefunden hat, den Stempel oder die Diagnose.
00:10:08: Schreikind oder auch Regulationstörung.
00:10:11: Und früher hat man das immer irgendwie als die sogenannten drei Monatskuliken bezeichnet.
00:10:16: Also das sagt man heute überhaupt nicht mehr.
00:10:19: Weil das
00:10:20: ist leider noch ziemlich ziemlich drauf.
00:10:22: Ja, es ist aber tatsächlich ein Fehler.
00:10:25: Weil früher dachte man irgendwie viel schreien muss muss vor der Bauch sein.
00:10:30: Es ist aber überhaupt nicht so.
00:10:31: Weil meistens ist es so, weißte, wenn so ein Kind drei Wochen schreit.
00:10:36: Und ich sag mal jetzt ganz provokativ, noch nicht gestorben ist, dann hat das kein organisches Problem.
00:10:42: Dann ist das was anderes.
00:10:43: Das ist immer so eine Geschichte, wenn so ein Kind so lange was hat, man hat nichts gemacht und ist das immer noch da, dann ist das häufig irgendwie ein funktionelles Problem.
00:10:53: Also wir finden also bei vielen, vielen Babys, die so lange geschreien finden, wir wirklich keine organische Ursache.
00:11:03: Und es ist generell so, Das schreien ja zumeist entsteht, also in der Situation zumindest irgendwie, weil das Nervensystem überfordert ist, nicht weil der Bauch kaputt ist.
00:11:15: Es ist nur so, zum Beispiel, wenn ein Kind viel schreit, dann stückt es auch viel Luft.
00:11:19: Dann ist der Bauch auch gebläht irgendwie und dann kriegt das Kind deswegen Bauchschmerzen oder so eine Kuliken.
00:11:25: Kuliken bezeichnen hier einfach zunächst mal irgendwie Schmerzen beim Transport von Darm-Inhalten.
00:11:33: Wenn das halt viel Luft ist, dann ist das einfach schwierig.
00:11:35: Deswegen Kuliken ist okay.
00:11:37: Aber die Ursache ist nicht im Darm selber, sondern die Ursache ist dann eher das Schrein.
00:11:43: Das heißt, also das Schrein nicht, also da muss man gucken, warum schreit das Kind als Ursache für die Kuliken.
00:11:50: Also insofern in der Regel nichts Organisches.
00:11:52: Also bauslich kaputt.
00:11:55: Und deswegen spricht man bei der Begrifflichkeit, drei Monatskuliken heute nicht mehr von drei Monatskuliken, sondern man spricht eher von exzessivem Schrein oder Schreikindern oder wenn man es jetzt richtig medizinisch sagt, von sogenannten frühkindlichen Regulationsstörungen.
00:12:13: Genau, und das heißt nämlich, wir schauen jetzt nicht mehr nur ausschließlich auf dem Bauch, das war nämlich so ein bisschen fehlgedeutet bei drei Monatskuliken, das ist das, was du gerade erklärt hast, sondern irgendwie auf das ganze System, also auch auf dem Bauch, aber auch auf die Reizverarbeitung, auf den Schlaf, auf Übergänge, auf Beziehung und Co-Regulationen.
00:12:34: Sprechen wir gleich alles drüber.
00:12:35: Genau, das wird dein Bad, das wird super.
00:12:38: Also wichtig für die Eltern ist erstmal, Schreien ist ein Symptom.
00:12:42: Es kann eine Diagnose, aber Schreien ist immer ernst zu nehmen, weil es sagt, egal, was es jetzt für ein Problem ist, das Kind es überfordert.
00:12:51: Genau.
00:12:51: Wir sprechen also nicht mal über Kollegen, wir müssen noch mal ganz klar sagen, sondern von einem Nervensystem das... Hilfe braucht.
00:12:59: Und da kommen wir jetzt auch zu, woran erkennt ihr Überreizung und was hilft eurem Baby dann wirklich?
00:13:05: Genau, das ist ganz schön schwierig, das auseinanderzuhalten.
00:13:08: Aber wir hoffen, dass wir am Ende von dem Podcast euch da so ein bisschen Orientierung geben können.
00:13:17: Okay, dann lass uns starten.
00:13:19: Ja.
00:13:26: Fangen wir doch mal an, wenn wir Regulationen sagen, was meinen wir damit genau?
00:13:32: und warum ist das keine Frage von, das hören Eltern immer so oft, von Verwöhnen oder falsch
00:13:37: Angewöhnen?
00:13:38: Also so ein Quatsch, also ganz ehrlich, man kann den Säugling nicht verwöhnen, das gibt es gar nicht.
00:13:43: Und falsch Angewöhnen in der Situation, woa, finde ich auch ganz schwierig vor allem irgendwie in der Situation, wenn die noch so jung sind.
00:13:51: Genau, wenn die noch so jung sind.
00:13:53: Konditionierung ist ein Thema,
00:13:54: aber die sind noch so jung.
00:13:55: Falsch angewöhnt so als Regel, dass Babys Ursache und Wirkung für sich erkennen und steuern können.
00:14:03: Nein.
00:14:04: Das ist etwas irgendwie so, beginnt so fünf, sechs Monate, aber nicht in dem Alter von, ja, frühestens, ja, da können die ja schon irgendwie, aber nicht im Alter von zwei bis vier bis sechs oder acht Wochen.
00:14:15: Also das ist irgendwie Blödsinn.
00:14:16: Also man kann ein Kind nicht verwöhnen, Ersäugling nicht verwöhnen, und man kann ihm auch erst mal jetzt nichts Falsches angewöhnen.
00:14:23: Und ja, was ist Regulation eigentlich?
00:14:25: Also Regulation ist zunächst mal eine Fähigkeit, sich zu steuern, also innere Zustände zu steuern.
00:14:33: Wenn man zum Beispiel erricht ist, irgendwie geht die Erregung richtig hoch, ich nenne es immer runter, ich nenne es immer HB-Männchen.
00:14:40: Es gibt da irgendwie einfach dort auch unterschiedliche, ja... Vererbungsmerkmale.
00:14:47: Es gibt Menschen, die gehen ein bisschen schneller hoch als andere und das kann man auch schon bei Babys sehen.
00:14:52: Dann wie ist die Muskelspannung beispielsweise?
00:14:54: Ist der Tonus, der Muskeltonus irgendwie ist der R?
00:14:57: hoch oder ist er niedrig?
00:14:58: Auch das ist häufig angeboren.
00:15:01: Wie werden Emotionen beispielsweise verarbeitet?
00:15:05: Ist das so ein Mensch schnell frustriert?
00:15:07: Oder hat der Angst, wie er sich überfordert?
00:15:10: Das ist natürlich bei so einem Baby alles noch nicht bewusst, aber durchaus in der Qualität schon da.
00:15:17: Und natürlich muss man sich auch mal ganz klar machen, irgendwie so ein Baby, das ist ja nun gerade frisch auf der Welt.
00:15:23: Das kommt jetzt irgendwie aus, ich sage mal, bewusst erlebten oder zumindest gefühlten.
00:15:28: Seit sechs Monaten war alles schön warm, es war abgedämpft, es war orangisch, rosa, rot und alles tippitoppi.
00:15:36: Mama Stimme war zum Glück häufig völlig entspannt.
00:15:41: Und jetzt ist es auch der Welt und da ist alles laut, es ist hell.
00:15:45: Es ist kalt, es ist warm.
00:15:48: Es ändert sich immer alles.
00:15:50: Man ist manchmal nah, manchmal mal weg.
00:15:52: Man wird bewegt von oben nach unten, von rechts nach links.
00:15:55: Das sind alles Dinge, die so ein Kind zunächst mal verarbeiten muss.
00:16:01: Das hast du ganz schön erklärt.
00:16:01: Ja, ihr müsst euch mal in so ein Baby reinfühlen.
00:16:04: Das ist, ich sage immer, das steht dann davor.
00:16:07: Und sagt, was ist jetzt los?
00:16:11: Perspektivwechsel als Baby.
00:16:13: Versucht es einfach mal, dass das hilft tatsächlich häufig weiter.
00:16:16: Für die ist jede Nummer völlig neu.
00:16:19: Also das ist schon so ein bisschen abgefahren.
00:16:21: Und diese Kinder haben keine, sag mal, so wie wir.
00:16:26: eine angeborene innere Bremse oder sowas.
00:16:29: Dass sie da sagen können, hier und nicht weiter und das alles nicht schlimm, das wissen die alles noch nicht.
00:16:33: Die sind ja noch gar nicht entwickelt.
00:16:35: Und schon gar nicht haben sie irgendwie gelernt, wie sie sich jetzt beruhigen können.
00:16:38: Das muss man ja erst lernen.
00:16:39: Das hat man, das ist ja nicht angeboren.
00:16:42: Und das kann man sogar nachweisen mit bildgebenden Verfahren, wo man gucken kann, welche Hürnteile jetzt eigentlich dann dort typischerweise hinterher auch der Emotionsregelung, welches die wichtigsten Teile sind.
00:16:58: Und die sind bei Säuglingen schlicht und einfach noch ungreif.
00:17:01: Die entwickeln sich erst später.
00:17:03: Das ist nicht auch kein Humbug oder so was, sondern das kann man auch tatsächlich so richtig sehen.
00:17:07: Und deswegen können Kinder erst mal oder Säuglinge nicht von Geburt an Spannung, Stress oder Aufregung, was auch immer, erst mal so per se regulieren, sondern sie müssen das einfach lernen.
00:17:18: Und natürlich ist es so, irgendwie, dass Bibis sind gefährdet.
00:17:22: Das weiß die Natur auch.
00:17:24: Deswegen ist so ein Kind, so ein Säugling, generell auf Stress gepohlt.
00:17:29: Das ist total fies.
00:17:31: Wenn wir nicht bei Mama oder Papa sind, dann werden wir vom nächsten, was ich, Löwen gefressen oder so.
00:17:36: So eine Situation, das System ist einfach so aufgebaut.
00:17:40: Deswegen ist in so einer Situation natürlich auch die familiäre, direkte, ganz enge, schützende Beziehung für ein Säugling ... Lebens notwendig.
00:17:51: es ist kein kein kann es ist ein muss.
00:17:54: Das ist halt einfach die.
00:17:55: das ist die frage der evolution.
00:17:58: also babies kommen einfach relativ schnell in stress und sie können diesen stress zunächst mal zumindest nicht angeboren regulieren oder einige können es halt nicht so gut wie andere.
00:18:10: sagen wir mal so sie müssen es lernen.
00:18:13: und lernen kann man besonders gut wenn man Hilfestellung kriegt.
00:18:17: Genau.
00:18:17: Und hier kommen nämlich die Eltern oder lass sie uns Betreuungsbezugspersonen nennen ins Spiel, nämlich mit ihrer Kurregulation.
00:18:26: Also Eltern geben quasi, ja, oder Eltern sind dann das geliehende Nervensystem, das regulieren kann, was unterstützt durch Körperkontakt, durch Rhythmus, durch eine ruhige Stimme, vielleicht auch ein bisschen langsame Stimme, ein bisschen langweilige Stimme.
00:18:44: Durch Vorhersieberkeit und eine sichere Präsenz, also Sicherheit geben.
00:18:49: Weil die konnten jetzt schon mindestens zwanzig Jahre lang lernen, wie das so geht.
00:18:54: Und das können sie so wie viele andere Dinge auch irgendwie ihrem Baby so beibringen.
00:18:59: Aber warum
00:19:00: brauchen denn manche Babys mehr als andere?
00:19:03: Ja, einfach weil sie andere genetische Voraussetzung hat.
00:19:10: Also ich frage in so einer Situation, das mache ich auch tatsächlich immer, wenn das irgendwie passt, wenn die Eltern sich nicht zu fertig sind.
00:19:16: Wie seid ihr denn eigentlich?
00:19:18: Wie ist euer Temperament, wie reagiert ihr eigentlich heute?
00:19:21: Und dann kann man schon manchmal sehen.
00:19:22: Temperament ist
00:19:23: ganz viel
00:19:23: Genetik.
00:19:24: Temperament ist
00:19:24: ganz viel Genetik.
00:19:25: Nicht nur, aber ganz viel Genetik.
00:19:29: Temperament ist ganz viel Genetik.
00:19:32: Auch ob man jetzt schnell hochgeht oder nicht.
00:19:34: Das ist ja genau das.
00:19:35: Das ist tatsächlich irgendwie zum großen Teil angeboren.
00:19:39: Und dazu kommt natürlich, dass wie alle Qualitäten bei einem Baby in der Entwicklung, die Reifung verschiedener Fähigkeiten unterschiedlich schnell ist.
00:19:52: Also auch das ist halt der eine Kanzler schneller als der andere.
00:19:55: Und deswegen sind manche Kinder halt schneller überlastet von Dingen, irgendwie wo sie sie eigentlich sonst gut verarbeiten könnten als andere Kinder.
00:20:04: Und das ist generell auch kein Fehler, sondern das ist die Varianz im Ganzen.
00:20:09: Also es ist einfach der Alltag für so ein Baby ist dann einfach Ja, herausfordernden oder herausfordern der.
00:20:19: Also Regulation entwickelt sich.
00:20:21: Wie ein Mensch mit der Umgebung umgeht, das muss sich entwickeln.
00:20:25: Es ist nicht angeboren, sondern muss erlernt werden.
00:20:29: Wenn wir dann in dieser Situation sind und ich dann gesagt habe, ich finde jetzt nichts Organisches, wir müssen jetzt tatsächlich mal über Regulationsstörungen sprechen, dann fragen mich die Eltern, ja, wo kann ich denn jetzt erkennen, irgendwie, ob mein Baby überreizt ist oder was es eigentlich jetzt ist, was die Ursache ist oder was es jetzt eigentlich genau braucht, um also mit diesen Reizen umgehen zu können.
00:20:52: Ja genau, und hier sind wir ganz schnell bei frühen Warnzeichen.
00:20:57: Also das ist das, das ist das, wo Eltern die Chance haben, noch vor der Überreizung quasi einzuspringen und der späten Eskalationszeichen.
00:21:06: Fangen wir mal mit den frühen Warnzeichen.
00:21:08: Ganz, ganz
00:21:08: wichtig, das war vorher zu erkennen.
00:21:10: Jetzt müsst ihr ganz gut zuhören.
00:21:12: Also und das ist gar nicht so einfach und das sagt euch auch keine App, ja klar.
00:21:17: Also das ist etwas, was ihr beobachtet, weil Kinder sind wirklich individuell und ich sage in der Beratung immer, ihr müsst eure Kinder einfach mal richtig gut beobachten und gucken, was als Nächstes passiert und vielleicht das diese Erfahrung mitnehmen und beim nächsten Mal anders machen.
00:21:33: Das heißt, zum Beispiel, der Blick wendet sich ab.
00:21:35: Wenn Kinder erst mit euch in Kontakt stehen, mit euch kommunizieren, aber dann irgendwann den Blick abwenden, dann reicht es ihnen in dem Moment.
00:21:44: Das heißt, sie brauchen nicht noch mehr.
00:21:46: Das heißt nicht, ich muss als Elternteil noch mehr kommen und sagen, ach, hier guck mal da und ich hab hier noch was anderes, was ich dir vor die Nase halte, sondern einfach mal kurz zurückziehen lassen, in die Regulations gehen lassen, bei ganz kleinen Kindern.
00:21:58: dann sieht man das ganz gut.
00:21:59: Die schließen dann auch die Hände.
00:22:01: Die falten die Hände so vor der Brust zusammen.
00:22:04: Oder ihr erkennt es an Gänen, an Niesen, an Schluckauf.
00:22:08: Das sind so ganz klassische Stresszeichen.
00:22:13: Oder ihr seht es an einem eher hektischen Blick.
00:22:15: Also ihr seht ja, ob ein Kind bewusst in der Entspannung ist und mit euch kommuniziert, Blickkontakt aufnimmt, euch beobachtet, auf eure Mimik reagiert.
00:22:25: Oder ob der Blick eher hektisch ist oder eher ein starrer Blick ist.
00:22:30: Das sind frühe Warnzeichen.
00:22:32: Dann noch, also unruhige Hände kommen dazu.
00:22:34: Also nicht nur das Falten der Hände von ganz kleinen Babys, sondern auch unruhige.
00:22:39: Oder wenn die Finger so abgespreizt werden.
00:22:42: Die Arme fangen an zu rudern, das kennt ihr sicher alle.
00:22:45: Das sind etwas, wo... Das ist jetzt ein Warnzeichen.
00:22:49: Hier ist jetzt Regulation gefragt.
00:22:52: Was kommt noch dazu?
00:22:53: Ah, das kennen auch ganz viele Clustern, also kurze abgehackte Saugrhythmen.
00:22:57: Beim Stillen merkt man das häufig, dass die Kinder sich nicht so gut entspannen können beim Stillen, immer sich wieder abdocken, wieder kwängelig werden.
00:23:06: Also so diese Stillsituation nicht so in Ruhe erfolgen kann zum Beispiel.
00:23:13: Oder wenn das Baby plötzlich, es war gerade noch okay, dann plötzlich ganz quengelig wird.
00:23:19: Und wenn ihr hier reagiert, und zwar richtig reagiert, könnt ihr eine Eskalation, das sind die Eskalationszeichen, die sage ich euch gleich, die könnt ihr verhindern oder zumindest habt gute Chancen, sie zu verhindern.
00:23:35: Und späte Zeichen, also die der Eskalation, wären dann so was wie, und das kennt auch alle.
00:23:39: Kinder schrei, Kinder sind und so wütend sind, mit so einem hohen, also angespannten Moskultonus, sich überstrecken und wegstrecken, sozusagen von euch.
00:23:50: Ihr hört, du hast gerade schon erklärt, ein schrilles Schrein, ein höheres Schrein, da gibt es kaum Pausen.
00:23:59: Wenn die Kinder dann in hochrotes Gesicht bekommen, schwitzig werden.
00:24:03: Und irgendwie passt gar nix.
00:24:05: Auch das, da erkennt ihr euch sicher wieder, wenn euer Kind häufig schreit oder viel schreit.
00:24:10: Es passt einfach nix.
00:24:12: Stillen nicht ist nicht richtig in der Situation.
00:24:15: Tragen ist nicht richtig.
00:24:17: Wiegen ist nicht richtig.
00:24:18: Viele Eltern sitzen dann auf dem Petziball, über Fehler wiegen reden wir nachher noch.
00:24:23: Alles macht es irgendwie ein bisschen schlimmer.
00:24:26: Und das Baby nimmt einfach ... keine Hilfe mehr an, so richtig.
00:24:30: Es kann keine Hilfe mehr annehmen und wirkt dann völlig aufgetreten.
00:24:36: Genau, vielleicht kann man das so, wenn du das so saß, dann kann man ja diese frühen Zeichen, wenn man
00:24:42: so zusammenfasst.
00:24:43: Das muss man lernen.
00:24:44: Genau.
00:24:45: Aber dann ist das ja so, wenn ich das jetzt so höre, ist das so, Kind versucht irgendwie zu kommunizieren, aber schafft es irgendwie nicht.
00:24:54: Also es kriegt so keine Beziehung zu den Wenn man darauf guckt, eine Blickwendet sich ab.
00:25:03: Es kriegt keinen Kontakt.
00:25:04: Es wird versucht, aber es wird müde.
00:25:10: Wenn man das verpasst, ist der vorn gefallen.
00:25:16: Und dann geht's ab.
00:25:17: Das ist dann die Eskalation.
00:25:18: Das hört sich
00:25:19: jetzt absolut an.
00:25:20: Aber ja, die Gefahr ist auf jeden Fall höher, dass es dann zur Eskalation kommt.
00:25:26: Alle Kinder sind irgendwie anders.
00:25:28: Manche können, hast du ja gerade so schön erklärt, manche können haben ein stabileres Nervensystem, können es besser ab, wenn dann noch mehr Reiz kommt.
00:25:37: Ich erklär das den Eltern ganz gerne mit einer Situation.
00:25:42: Zum Beispiel, das erkennen wahrscheinlich auch viele Eltern.
00:25:45: Das Kind kommt aus dem Nachtschlaf, ganz egal wie die Nacht jetzt war.
00:25:49: Keine Ahnung, steht morgens, sagen wir mal, um sechs auf oder wird wach.
00:25:54: Ist hell wach, ist gut drauf und man startet so in den Tag.
00:25:58: Und so nach einer Stunde und manchmal schon ein bisschen früher kommen so erste Warnzeichen.
00:26:04: Und da sind Eltern oft noch so, hey, kann doch gar nicht sein, du hast doch super geschlafen heute Nacht zum Beispiel.
00:26:11: eine Stunde wach irgendwie.
00:26:13: Und da ist die Antwort plötzlich Aktion.
00:26:17: Und schon hier ist der Fehler.
00:26:20: Weil hier dürfte die Antwort darauf sein, dass ein Kind, was weiß ich, ein bisschen unruhig wird, ein bisschen knötert, keine Ahnung, unzufrieden wirkt.
00:26:29: Hier könnte die Antwort sein.
00:26:30: Alles klar.
00:26:31: Regulation, ich helfe dir, ich begleite dich.
00:26:34: Und die Antwort könnte schlaf sein, dann zum Beispiel.
00:26:37: Oder runterzukommen.
00:26:39: Aber sowas müsste man halt auch sehr individuell in der Elternberatung sprechen.
00:26:43: Genau.
00:26:44: Also das ist mir vielleicht auch noch mal ganz wichtig irgendwie, dass man in der Situation, wenn die jetzt so schreien, dass man schon auch immer noch mal so auf so medizinische Ursachen denkt.
00:26:55: Weil schreien kann ja auch durch Schmerzen verursacht sein.
00:27:00: Dass man da immer so ein bisschen guckt, immer im Hinterkopf behalten, dass der Kontext sozusagen warum und wann das Kind erst mal schreit, wie schreit es, womit wird es ausgelöst, dass man das halt nochmal sich dann vor Augen führt, möglicherweise dann wie gesagt auch mit dem Kinderarzt bespricht oder Kinderärztin bespricht.
00:27:21: Und vor allem, dass man dann, deswegen ist es auch wichtig, glaub ich, so ein Kind auch mal vorzustellen, dann am Anfang, nee, nicht lange zu warten, sondern am Anfang, dass man dann die Begleitsymptome checkt.
00:27:30: Dann hat das Kind Fieber irgendwie, wie ist das Trinkverhalten?
00:27:33: Wie ist das Stuhlverhalten?
00:27:35: Wie sieht die Haut aus?
00:27:36: Gibt es irgendwie... Das ist was vorhin, als gesagt haben, muss man mal klinisch untersucht werden, dass man immer organische Sachen irgendwie einmal abcheckt.
00:27:42: Und wenn wir über... Überreizung sprechen, dann sieht das ja auch oft so aus.
00:27:49: Wenn das ihr mehr tun müsst, also, dass mehr Bedürfnis da ist, dann kommen wir jetzt auch gleich noch dazu.
00:27:55: Oft ist es aber genau das Gegenteil, dass es nämlich oft ein zu vieles Angebot an das Kind.
00:28:03: Ja.
00:28:08: Gut, jetzt sind wir da.
00:28:09: Wir haben jetzt organische Sachen abgeklärt, das Kind ist ärztlich untersucht worden.
00:28:14: Was machen wir jetzt, wenn das Kind dauerhaft schreit?
00:28:17: Also was ist der konkrete Ablauf?
00:28:20: Und zwar Schritt für Schritt.
00:28:23: Ja genau, also so ein konkreter Notfallplan.
00:28:27: Also Punkt eins oder Schritt eins wären... hast du ja auch schon die ganze Zeit gesagt, wenn wir die Basics überprüfen.
00:28:34: Also hat mein Kind Hunger, ist die Windel voll, hat es vielleicht Fieber, ist es zu warm, zu kalt.
00:28:42: Dann das, was du vorhin auch erzählt hast, diese Haarumschlingung zum Beispiel.
00:28:46: Gibt es eine Wundestelle, die dafür der Auslöser oder die Ursache sein könnte?
00:28:51: Also, kurz.
00:28:53: Aber jetzt nicht kein endloses Suchen, aber erst mal so die Basics abchecken.
00:28:58: Genau,
00:28:58: das ist ja das, was die Eltern auch zu Hause machen sollen.
00:29:00: Also, dass sie einmal so gucken.
00:29:03: Aber dann geht es ja letztendlich darum, wenn das jetzt weg ist, dass man dann jetzt schaut, dass man nach Reizen sucht und versucht, die Reizen wie runter zu fahren, wenn man die findet.
00:29:15: Dann vor allem dem Kind dann Sicherheit zu geben.
00:29:18: Das ist halt irgendwie da mit den Reizen, die noch... Man kriegt ja keine reizlose Umgebung.
00:29:25: Und vor allem, dass man diese ganze Sache entschleunigt.
00:29:30: Ja, das wären zum Beispiel Schritt zwei.
00:29:33: Genau das, was du sagst, nämlich, das wären zum Beispiel ganz praktisch umgesetzt.
00:29:36: Das ist gerade gesagt, das Licht zu dimmen.
00:29:40: Ich sag mal, ich sage in Älteren immer, Reizdiät.
00:29:44: Reiz.de, okay.
00:29:46: Also das bedeutet Doktor dies Reiz.de in Schritt zwei bedeutet, nachdem ihr alle körperlichen Sachen abgecheckt hat, bedeutet jetzt... muss hier Ruhe rein.
00:29:54: Das bedeutet, ihr werdet leise, ihr werdet langweilig, ihr werdet langsam und das Licht dem den Raum wechseln zum Beispiel, also aber nicht andauernd, dass ihr denkt irgendwie ihr müsst jetzt von Raum zu Raum tigern, sondern wirklich so.
00:30:11: ihr werdet eher so auch in euren Bewegungen langsam.
00:30:14: Die Geräusche Dreht ihr runter, also lasst keine Nebengeräusche wie, keine Ahnung, Radio hört glaube ich gar keiner mehr, aber kein Fernseher dahinter oder keine anderen Diskussionen noch führen, sondern hier muss jetzt einfach mal Ruhe rein.
00:30:28: Das Handy weglegen, also ihr als Eltern das Handy weglegen und langsame Bewegungen, das werde ich glaube ich noch eine Million mal sagen heute im Podcast und wenn möglich eine Bezugspersonen, die dann quasi.
00:30:43: Also keine, jetzt habe ich einen Faden verloren, aber keine zusätzlichen Reize noch zu geben.
00:30:48: Ich glaube, wichtig ist, wenn man die Möglichkeit zu zweit hat, dass man einer das Baby nimmt und der andere hilft dadurch, indem er versucht, die Reize zu minimieren.
00:31:02: Richtig.
00:31:03: Also zu sagen, da auch Möglichkeiten gibt, dass die konkrete, sagen wir mal, Berührungs-, Füllungs-,
00:31:11: Ja.
00:31:12: eine Beruhigungsperson, das auch machen kann.
00:31:16: Und genau das ist gar nicht so einfach.
00:31:20: Besonders
00:31:20: schwierig und toll wird es, wenn noch andere Kinder da sind und Dinge gemacht werden müssen.
00:31:24: Ehrlich gesagt, das ist die
00:31:25: optimal Situation, wenn ihr quasi euer erstes Baby ist und niemand anders bei euch wohnt, sondern ihr seid Eltern und ihr habt euer Neugebohndes oder euer Junges und Jungensäugling, der schreit sich die Seele aus dem Leib und die optimale Situation ist, wenn ihr dann keine weiteren Kindern habt, die auch noch versorgt werden müssen.
00:31:45: Aber die Realität sieht leider anders aus.
00:31:48: Regeln finden.
00:31:49: Er war erst in der Beratung so ein süßes Paar mit, das war dann schon Kind vier und die waren echt doll belastet, aber anderes Thema.
00:31:58: Wir kommen zu Schritt drei und hier ist es nämlich ganz wichtig, der Körperkontakt.
00:32:02: Das, was ihr immer, immer wieder hört, ist, ihr sollt ihr Kind begleiten in den Innenschreifasen, aber so einfach ist es gar nicht.
00:32:10: Also halten, begrenzen, das Kind an eurem Körper haben und auch ganz wichtig die Tragepositionen.
00:32:20: Die könnt ihr ja auch so ein bisschen heper machen, da immer ganz gute Tipps, was Tragepositionen betrifft.
00:32:26: Also auch so Rücken an eure Prost oder an euren Bauch und die Beinchen so, als wenn ihr das Kind abhalten wolltet, das entspannt.
00:32:35: Die Kinder wirklich zum Teil sehr gut, hilft aber nicht immer.
00:32:39: Es ist nicht immer der Gamechanger und auch nicht jedes Kind will seitlich liegen.
00:32:44: Also ihr müsst ein bisschen gucken, aber wichtig ist nicht zu keine ständigen Umpositionierungen.
00:32:52: Also alle Sekunden.
00:32:54: Okay, das funktioniert nicht.
00:32:55: Alles klar.
00:32:56: Okay, das funktioniert nicht.
00:32:57: Alles klar, hoch.
00:32:58: Okay, das funktioniert nicht.
00:32:59: Haltet eine, entscheidet euch für eine Position und haltet die.
00:33:04: Und das ist dann das Begleiten sozusagen.
00:33:07: Vielleicht hilft da noch mal so als Erinnerung, wenn so ein Baby im Bauch ist, das sagen ja auch immer ganz viele.
00:33:13: Ja, genau.
00:33:14: Da ist auch nicht ständig gewechselt.
00:33:16: Nee, das ist auch nicht ständig gewechselt,
00:33:17: genau.
00:33:17: Aber da heißt du zu sagen, dass was ruhig ist und wo die Kinder sich sozusagen noch ... Ich sag mal zurücksehen, irgendwie in diese ruhige, warme, gedämpfte Umgebung.
00:33:28: Das kennen die ja auch noch.
00:33:30: Und dass es alles andere irgendwie als wild hin und her sich bewegen, wippen.
00:33:37: Eine Aktion nach der nächsten im Bauch ist das einzige, was da ist.
00:33:43: Man schäbt da drin ganz ruhig.
00:33:46: Verstellt man sich das einfach so als Bild vor?
00:33:49: Das hat, dann hat man eigentlich schon die richtige
00:33:52: Maßnahme.
00:33:52: Das hast du gut gesagt, das ist so dieses schwebende Ding.
00:33:54: Ja,
00:33:54: langsam, schweben, ruhig, warm.
00:33:57: Ich beschreibe
00:33:57: es eher als Walzer.
00:33:58: Also,
00:33:59: wenn ihr
00:33:59: euch
00:34:00: jetzt
00:34:00: die Walzer-Bewegung den Wiege-Schritt hin und her vorstellt und dann im Gegenzug dazu vorstellt, den Petziball rauf und runter.
00:34:10: Und mit jedem lauteren Schrein und nicht aufhörenden Schrein, wärt ihr in euren Petziball-Bewegungen hoch und runter Dollar, so dass euer Puppo sich wahrscheinlich schon vom Ball abhebt, so doll springt ihr da drauf rum.
00:34:24: und genau das soll nicht passieren.
00:34:27: Sondern ja, euer Baby schreit weiter, aber ihr begleitet es und bleibt ruhig.
00:34:33: Und das ist gar nicht so einfach.
00:34:34: Da kommen wir nämlich schon zu Schritt vier.
00:34:37: Wie könnt ihr Eltern euch ruhig halten?
00:34:40: Und zwar atmet bewusst, also ich bin jetzt bei euch Eltern, also atmet bewusst ein und aus.
00:34:48: Dieses mal, keine Ahnung, vier, fünf Sekunden einatmen, ganz unabhängig vom Schreien des Kindes und das Doppelte ausatmen.
00:34:58: Also ganz bewusst, also ein bisschen so wie im Yoga, ganz bewusst ein und ausatmen.
00:35:03: Das bedeutet, Ja, das hört sich jetzt wahrscheinlich richtig bescheuert an, was du hier gerade machst.
00:35:08: Aber auf, auf, das pustet ganz da.
00:35:11: Ich höre es in meinem Kopf voran.
00:35:13: Ich muss jetzt mal nachmachen, damit die Eltern sich das merken.
00:35:15: Aber
00:35:15: genau.
00:35:16: Es ist schwierig, aber das muss man machen.
00:35:18: Nein, letztendlich.
00:35:19: Ihr müsst ruhig werden.
00:35:21: Die Eltern.
00:35:21: Wir müssen das machen.
00:35:22: Genau.
00:35:23: Weil ihr seid diejenigen, die
00:35:25: jetzt
00:35:26: ihr Nervensystem dem Baby geben.
00:35:28: Und das bedeutet nicht, wenn ihr anfängt, immer hektischer zu werden, hektischer auf den Ball hin und her, hüpft.
00:35:36: Das bringt euch nicht weiter, sondern ihr seid jetzt das Nervensystem eures Babys und das muss runtergekommen.
00:35:42: Und eure Stimme wird euch dabei helfen.
00:35:44: Ich nenne das auch immer Einschlafstimme.
00:35:46: Die Stimme ist ruhig, diesmonoton, wenige Worte, also quatscht auch gar nicht so auf das Baby ein.
00:35:54: Ihr könnt eher vielleicht ein bisschen summen, um euch auch so ein bisschen zu beruhigen.
00:35:59: Gar nicht so das Baby, sondern hier geht es auch um euch, also dass ihr Ruhe ausstrahlt.
00:36:04: Wenn das Baby das toleriert, dann könnt ihr auch, was ich gerade schon gesagt habe, diesen Walzer, diesen Wie-Geschritt.
00:36:11: Aber das sind wirklich so, weiß ich nicht, wenn wir jetzt ein Videopodcast hätten, würde ich jetzt hier Walzer tanzen.
00:36:16: Also ein bisschen, ihr kennt alle Walzer, das ist so eher so keine abgehackten Bewegungen, so zack hin und her, sondern es ist eher so wiegend.
00:36:26: Also ganz anders als springend auf dem Petziball.
00:36:31: Genau.
00:36:32: Genau, also das ist mir auch noch mal ganz wichtig irgendwie, weil ich sehe das ja auch manchmal, wenn Eltern, Schreikinder in der Praxis haben, was sie machen.
00:36:41: Man kann sie ja dabei beobachten.
00:36:43: Und es ist tatsächlich so, dass sie alle... Zehn bis zwanzig Sekunden ihre Aktion ändern.
00:36:50: Ja.
00:36:50: Also von einmal hoch nehmen, dann wird das Kind angeguckt, dann wird es irgendwie auf den Arm gehalten, dann funktioniert es nicht, dann wird es in die nächste Position gebracht, dann laufen sie im Raum von einer Ecke in die andere, einfach um das Kind ruhig zu kriegen.
00:37:02: Ganz genau.
00:37:02: Und genau das.
00:37:03: muss man versuchen, aktiv gegenzusteuern.
00:37:07: Das ist ja so ein Reflex, den man dann macht.
00:37:09: Das hilft nicht.
00:37:10: Dann nimmt man gleich das nächste.
00:37:12: Aber da muss man wirklich aktiv dagegen.
00:37:14: Und das ist die eine Aktion, die man hat, die man vielleicht lernt, die mal irgendwie geholfen hat.
00:37:19: dass man sie einfach auch längere Zeit probiert.
00:37:21: Und ich sag mal so eine Zeit irgendwie gebt euch, du hast gerade ein Wall-Zeit gesagt.
00:37:25: Du bist
00:37:25: schon bei Schritt fünf.
00:37:26: Ach so, schuldigung.
00:37:27: Ja, genau, du kommst jetzt zu der Zeit.
00:37:29: Ich wollte gerade eine Zeit sagen, aber da steht schon ein, du jetzt ist dein Ding, ja.
00:37:32: Ne,
00:37:32: mach weiter, Schritt
00:37:33: fünf.
00:37:33: Also letztendlich ist es so, die Zeit, die ihr erhalten habt, ich hätte jetzt so aus meiner Praxis immer so drei bis vier Minuten gesagt, euer Supersystem sieht ungefähr fünf Minuten vor.
00:37:45: Also tatsächlich irgendwie Dinge, Die ihr einmal habt als Strategie das Kind zu beruhigen sei es ein wie gewaltes Schritt sei es monotone Stimme.
00:37:56: Sei es irgendwas anderes Langweiliges, das tatsächlich für Sklavisch vier bis fünf Minuten durchzuführen.
00:38:02: Und wenn man sich da eine Stopponeben dann stellt, das ist ja manchmal echt total schwierig.
00:38:07: Dieses Schreien kann super mega anstrengend sein.
00:38:10: Man würde alles tun, das jetzt irgendwie dem Kind zu helfen.
00:38:14: Aber man muss wissen, der ständige Wechsel ist nicht die Lösung.
00:38:17: Das ist mehr
00:38:18: Überreizung.
00:38:19: Genau, es ist ein weiterer Reiz, der gesetzt wird.
00:38:22: Es geht im Grunde darum, Bonotoni und Langeweile zu erzeugen.
00:38:26: Ganz genau.
00:38:27: Langeweile ist gleich dann auch Entspannung, würde ich sagen.
00:38:30: Und ich bleibe mal noch bei Schritt fünf.
00:38:32: Das bedeutet genau das, was du erzählt hast, der Sache einfach ein bisschen Zeit zu geben.
00:38:36: Ihr wählt eine Strategie und gebt ihr auch Zeit, dass das auch bei eurem Baby ankommt.
00:38:43: Ja, euer Baby schreibt vielleicht weiter, aber vielleicht gibt es ja auch schon so ein kleines kurze pausen vielleicht auch kurze kurze pausen wo das schreien weniger schrill ist oder ihr seht sogar schon dass die atmung sich vielleicht mal minimal verändert nur kurz dann haltet da ein wenig durch und das hört sich jetzt einfach.
00:39:05: Es geht sehr einfach an.
00:39:06: Aber ist es nicht, wenn euer Baby die ganze Zeit schreit?
00:39:09: Es ist uns wohl bewusst.
00:39:11: Und wenn es trotzdem nicht besser wird.
00:39:13: Und jetzt kommen wir auch zu Schritt sechs.
00:39:16: Und da sind wir auch beim Selbstschutz.
00:39:18: Und das müssen wir hier auch ganz klar ansprechen.
00:39:20: Mega wichtig.
00:39:21: Ja, genau.
00:39:21: Das ist mir auch total wichtig, dass die Italiener das sagen.
00:39:25: Ganz genau.
00:39:25: Das bedeutet, ihr Eltern, ihr könnt nicht, ihr müsst und könnt nicht perfekt sein.
00:39:31: Ihr solltet natürlich verlässlich und emotional verfügbar sein.
00:39:35: Aber wenn, wenn euer Baby die ganze Zeit schreit und ihr im, wir kommen dann noch zur Shark Music, das erkläre ich euch nachher gleich, und ihr dann irgendwann innerlich in Alarmbereitschaft seid, weil ihr es einfach nicht mehr ertragen
00:39:50: könnt.
00:39:50: Fluchtgedanken,
00:39:51: genau.
00:39:52: Schütteln.
00:39:53: Ich
00:39:53: sag's immer, hatte ich auch.
00:39:55: Übrigens
00:39:56: hatten wir alle.
00:39:57: Also das ist
00:39:58: die Frage ist ein
00:39:59: ganz komisches Gefühl.
00:40:01: Einfach wirklich und alle Eltern.
00:40:03: Verlierst die Kontrolle, du merkst das auch.
00:40:04: Man
00:40:04: verliert die Kontrolle und das ist etwas, das sprechen wir jetzt auch ganz bewusst an.
00:40:10: Das Ziel ist es hier nicht die Kontrolle zu verlieren, sondern euer Baby dann, das ist jetzt bei Schritt sechs, für Sicherheit zu sorgen und Selbstschutz zu sorgen, das Baby Was, was ich ins Bettchen zu legen?
00:40:21: Ja, dann schreibt es halt weiter.
00:40:23: Aber da ist nichts, wo jetzt eine Gefahr für das Baby droht und den Raum zu verlassen.
00:40:28: Das hat meine Hebamme damals schon zu uns gesagt oder zu mir gesagt.
00:40:33: Da war noch gar nichts.
00:40:34: Da dachte ich so, was will die denn eigentlich?
00:40:36: Das war so das vierte Kind irgendwie auch schon ganz schön lange.
00:40:40: Die Zeit zwischen den Kindern war schon echt lang.
00:40:44: Die anderen drei Mädels waren ja groß und dann kam halt das vierte Kind irgendwie und ich dachte, was will die denn?
00:40:48: Er schläft doch die ganze Zeit, ist doch super irgendwie.
00:40:51: Und dann kann ich mich an Situation erinnern, wo du im Nachtdienst warst in der Klinik und er es jeden Abend durchgeschrien hat und ich das Gefühl hatte, ich kann einfach nicht mehr, ich kann das nicht mehr hören und ich will euch dann nur... bestärken.
00:41:08: und ich möchte sie auch gerne so ansprechen, dass es etwas normales ist, was ihr empfinden werdet, aber ihr dürft nicht die Kontrolle verlieren.
00:41:17: Genau.
00:41:18: Und vielleicht ist da nochmal, um es mal ganz auf den Punkt zu bringen, wenn ihr das merkt, dieser warme Schwall, der zu euch hochkommt, diese Frustration, ihr werdet sauer auf euer Kind, ihr werdet sauer auf euch, dann ist es besser, anstatt zur nächsten Aktion zu greifen oder wütend, ich sag mal ein bisschen übertrieben, deuer Baby an die Wand zu klatschen, das geht abzulegen, euer Kind abzulegen, den Raum zu verlassen, tief durchzuabnen, drei, vier Minuten und dann wieder hingehen.
00:41:52: Das ist ganz, ganz schwierig, weil ihr habt das Problem nicht gelöst.
00:41:55: Ihr werdet euch fühlen wie die Versager, Rinnen und Versager.
00:41:59: Ja,
00:41:59: seid ihr aber nicht.
00:42:01: Seid ihr nicht, seid ihr in der Situation nicht, ihr müsst euch selber schützen in der Situation.
00:42:04: Ihr seid in der Lage, aktuell dann nicht mehr in der Lage dem Kind zu helfen oder eurem Kind zu helfen, nicht dem Kind.
00:42:10: Und da müsst ihr auch konsequent entweder Kind ablegen oder, was natürlich auch manchmal geht, wenn Partner, Partnerin da ist, dann zu übergeben.
00:42:18: Das geht auch.
00:42:19: Wichtig ist, sich dem bewusst zu sein.
00:42:22: Man darf verzweifelt sein, man darf der Situation nicht gewachsen sein und da muss man auch ehrlich genug sein, dass auch zuzugeben und dann entsprechend zu handeln.
00:42:31: Das ist kein Versagen, es ist einfach eine katastrophale Situation.
00:42:35: Richtig.
00:42:36: Und wir sagen das jetzt so sehr, sehr offen, glaube ich, weil wir beide mit unserer jahrelangen klinischen Erfahrung sehr, sehr viele Kinder gesehen haben.
00:42:47: Und wir dachten, wir können alles haben, bis uns die Realität einholte, ja.
00:42:52: Ne, ich mein, stationär, viele Kinder gesehen haben, denen genau das passiert ist.
00:42:55: Schütteltrauma.
00:42:56: Ach so, oh ja.
00:42:57: Genau, da hast du völlig recht, genau.
00:42:58: Dass sich die Situation eskalieren natürlich auch tatsächlich dann wie in Betat Schalt.
00:43:04: Nicht selten.
00:43:04: Nicht
00:43:05: selten, leider.
00:43:06: Und deswegen muss man das auch so ansprechen.
00:43:08: Also das ist ein normales Gefühl, was egal wen auch immer beschleicht.
00:43:13: Kind, schön in Sicherheit, ins Bettchen legen, wo nichts passieren kann, wo es nirgendwo runterfallen kann.
00:43:19: vielleicht in einem Schlafsack oder so und dann den Raum zu verlassen.
00:43:22: Und dann entweder holt man sich Hilfe, wenn das geht, aber nicht für alles ist möglich, dann denke ich wieder an die alleinerziehende Mama oder alleinerziehenden Papa und genau.
00:43:33: Ihr geht ja auch wieder hin.
00:43:34: Ja, ihr geht ja wieder hin.
00:43:36: Von mir stellt euch da ein Wecker, irgendwie drei, vier Minuten, holt Tiefluft, geht einen Kühlschrank, trink ein Stück Wasser, erst ein Stück Schokolade, irgendwas.
00:43:46: Und dann geht er wieder hin.
00:43:50: Wenn du rauchst, dann rauch halt eine.
00:43:52: Scheiß auf die Muttermilch.
00:43:54: Das hat sie damals tatsächlich gesagt, ist auch egal.
00:44:03: Okay, dann, das waren die sechs Schritte.
00:44:07: Und dann geht es weiter.
00:44:09: Woran erkennen Eltern, dass ihr Baby sich reguliert?
00:44:14: Okay, also, ja, woran könnte er erkennen, wie das, was ihr macht?
00:44:20: irgendwas bewirkt.
00:44:22: Also weil die meisten Eltern denken tatsächlich irgendwie, sie machen irgendwas.
00:44:27: Das Kind würde ja selten sofort ruhig irgendwie und dann denken die immer, oh, das bringe ich jetzt gar nichts.
00:44:32: Aber woran kann man dann jetzt erkennen, dass man halt dann nicht zu schnell aufgibt, sondern tatsächlich auch mit dieser Nummer weiter macht.
00:44:40: Also sozusagen erkennen, dass die Maßnahme Effekt hat, bevor das Baby richtig still, also die Stil, sondern einfach ruhiger wird.
00:44:48: Sich
00:44:48: reguliert.
00:44:49: Ja.
00:44:49: Also woran erkennt ihr konkrete Regulationszeichen oder
00:44:54: Beginnende,
00:44:55: obwohl es noch schreit.
00:44:57: Das ist zum Beispiel die Atmung.
00:45:00: Das bedeutet, wenn ihr genau hinguckt, dass vielleicht weniger Stoßweise ist oder vielleicht sogar hin und wieder so ganz kleine längere Ausatmungsphasen da sind.
00:45:11: oder bei der Stimme, also beim Wein, dass es vielleicht nur ganz kurze Augenblicke mal weniger schrill ist.
00:45:19: Wenn ihr das merkt, alles klar, immer dann, wenn ihr denkt, oh, jetzt, ah nee, doch nicht.
00:45:24: Dann war es aber eine kurze Regulationsphase und da sollte die einfach bleiben.
00:45:29: Also gerade auch beim Wein, wenn erste Lücken entstehen oder beim Körper, also Körpersignale, wenn sich die Hände öffnen, wenn die Schultern so langsam sinken, also Muskeltonus so ein bisschen weniger angespannt ist, der Bauch wird weicher oder, ja genau, dieses Ausatm-Gefühl, wenn ihr euch in die Unterlage atmet, dann oder beim Kontakt, wenn das Baby Nähe ihr annimmt.
00:45:59: Also vielleicht mal kurz den
00:46:01: Kopf,
00:46:02: so ein bisschen schwerer an eure Schulter vielleicht fallen lässt und dann direkt wieder anfängt.
00:46:08: Aber das sind so kurze Zeichen, wo ihr merkt, alles klar, hier fängt Regulation an.
00:46:13: Oder auch der Blick.
00:46:14: Das ist aber erst später, wenn so ein Blickkontakt kurz möglich ist, der Blick weniger star ist, wenige hektische Blicke sind.
00:46:24: Ja, genau, das ist alles so.
00:46:26: Du wolltest was sagen.
00:46:27: Ja,
00:46:28: also was du so sagst, vielleicht einfach so zusammenfassend, man sieht die Regulation daran, dass das Kind das fühlt, was ihr macht.
00:46:39: Es schreit zwar weiter, aber es ist bei euch.
00:46:43: Richtig.
00:46:44: Also es fühlt das, was ihr tut und ihr seht, dass es irgendwas bewirkt.
00:46:49: Es schreit also mit euch sozusagen, aber nicht gegen euch.
00:46:53: Das müsst
00:46:55: ihr immer denken.
00:46:56: Das ist sowieso nicht gegen euch, aber ihr merkt sozusagen, dass es den Kontakt gibt.
00:47:02: Ja genau.
00:47:03: Kleine Veränderung.
00:47:04: Es muss nicht gleich still sein irgendwie, aber kleine Veränderung und dann wirklich dabei bleiben.
00:47:10: Ja und warum wird es oft genau dann schlimmer, wenn Eltern ganz besonders viel versuchen?
00:47:16: Da sind wir ja schon ein bisschen drauf eingegangen.
00:47:19: Einfach mehr machen, heißt doch mehr Input, mehr Reiz, oder?
00:47:23: Ja, ganz genau.
00:47:23: Wenn ein Baby bereit ist, ist sein Nervensystem schon einfach voll.
00:47:29: Der Akku ist ... voll und überladen sozusagen.
00:47:33: Und jedes neue Angebot bedeutet auch eine neue Temperatur, eine neue Haltung, wahrscheinlich neues Licht, vielleicht eine andere Stimme, vielleicht eine neue Bewegung.
00:47:45: Also für ein überreiztes Nervensystem heißt es jedes Mal, muss es sich neu anpassen.
00:47:51: Und das ist anstrengend und super stressig.
00:47:54: Und deshalb erleben natürlich auch viele Eltern, Je mehr sie die Trageposition wechseln, also vom Tragen, funktioniert nicht zack stillen, zack wiege, zack Auto, zack Federwiege, desto weniger kommt das Baby dann auch zur Ruhe.
00:48:10: Das ist genau das, was wir jetzt die ganze Zeit versucht haben zu erklären.
00:48:12: Das muss man sich echt gut merken, diese hektische Wechseln von Dingen.
00:48:17: Das ist wirklich typisch.
00:48:19: Ja, ich sehe es auch in diesen kleinen Situationen in der Sprechstunde.
00:48:22: Und ich frage mich, da mal gar nicht auszumalen, wie es dann zu Hause ist.
00:48:26: Ja, dann kommen wir doch mal zu den Tools, die dann genommen werden.
00:48:32: Und da ist halt ganz, ganz schnell die Federwiege dabei.
00:48:36: Also Hilfsmittel, wie die Federwiege oder was gerade gesagt hat, Autofahren oder weißes Rauschen, also ein Föhngeräusch.
00:48:44: Die können euch tatsächlich helfen und unterstützen.
00:48:49: Aber sie sind nicht das die Problemlösung.
00:48:52: Und ihr sollt sie auch benutzen.
00:48:54: Wenn ich bei Eltern, die weniger überlastet sind, würde ich sagen, versuch das so wenig wie möglich.
00:49:00: Auch hier würde ich immer sagen, so wenig wie möglich, wenn wir jetzt mal bei der Federwiege bleiben, so wenig wie möglich, auch das weiße Rauschen zum Beispiel, so wenig wie möglich.
00:49:08: Aber bei Schreikindern haben wir ganz andere Voraussetzungen.
00:49:12: Genau.
00:49:13: Also
00:49:13: ich glaube, man muss das überhaupt nicht verteufeln oder so, sondern zum Anstoßen einer Regulation sind diese Maßnahmen völlig adäquat und eine Federwiegesicher also pragmatischer als Auto fahren.
00:49:27: Trotzdem bleibt das Ziel immer weniger als Mehrritseite zu setzen und mehr Beziehung zu geben.
00:49:35: Beziehung ist auch Hautkontakt und da also begleiten und ruhiges inneres Tempo, also einem ruhigen inneren Tempo bei euch Eltern zu arbeiten.
00:49:46: Das ist deutlich mehr Problemlösung, also ihr löst das Problem.
00:49:51: Das ist ja auch das, was euer Kind erwartet.
00:49:53: Es schaltet quasi sein Bindungsverhalten an, das Thermostat wird hochgetreten und die Erwartung ist, Ihr seid die Eltern, ihr löst das Problem und treibt das Thermostat wieder runter, sozusagen.
00:50:06: Aber nochmal, um bei der Federwiege zu bleiben, weil es ja irgendwie gefühlt alle machen, die Federwiege ist immer ... Wir hatten, glaube ich, einen Podcast von der Federwiege gemacht.
00:50:16: Haben
00:50:16: wir, ja.
00:50:17: Haben wir, genau.
00:50:18: Schon
00:50:19: so viel, dass wir das gar nicht mehr erinnern können.
00:50:21: Und genau das haben wir als hilfreiches Tool für das Kindregulationssturm benannt, dass wenn man sozusagen selber das mit seinen eigenen äterlichen Maßnahmen reizt zu senken, lange Weile zu erzeugen, wenn man das selber nicht hinkriegt.
00:50:43: Das kann ja durchaus sein.
00:50:45: Dann hat man mit der Federwiege ein Tool, ein Hilfsmittel, sozusagen, dass dir hilft, dich entlastet kurzfristig, dich selber wieder sozusagen so ein bisschen zu fangen.
00:50:56: Du hast ein technisches Hilfsmittel.
00:50:58: Ja, genau.
00:50:59: Und nichts anderes ist die Federwege.
00:51:01: Genau, aber es ist, wie gesagt...
00:51:03: Das Problem ist halt nicht gelöst.
00:51:05: Genau, das Problem ist nicht gelöst.
00:51:06: Das Problem ist ja, das Kind kann sich nicht selbst regulieren.
00:51:10: Ihr habt sozusagen dann dort irgendwie ein Hilfsmittel dem Kind auf dem Weg dorthin.
00:51:15: zu begleiten.
00:51:16: Und das ist ja auch völlig okay so.
00:51:18: Nur man darf man sich nicht auf das Ding verlassen.
00:51:21: Also das heißt, wenn man das einmal jetzt geschafft hat sozusagen, das Kind ruhig gekriegt hat, dann muss man die Federwege auch wieder versuchen, sozusagen rückwärts zu fahren.
00:51:31: Kurz was, wir haben ganz ein Podcast von gemacht.
00:51:33: Ich möchte nicht, dass du so tief drauf eingehst, aber kannst du noch mal was zum Schlaftraining sagen?
00:51:38: Da möchten wir uns natürlich klar von abgrenzen.
00:51:41: Trotzdem hat die Färbermethode, habt ihr alle schon mal gehört, oder hört ihr vielleicht auch von, keine Ahnung, von neuen Eltern oder Großeltern, dass das Kind mal richtig schreien, dann schläft schon irgendwann.
00:51:52: Kannst du kurz die Färbermethode erklären?
00:51:55: Ja, die Ferienmethode, das ist diese Extinktionsmethode.
00:51:58: Und
00:51:59: für wen ist es mal gemacht
00:51:59: worden?
00:52:00: Auslöschungsmethode, wie das so schön heißt.
00:52:02: Ja.
00:52:02: Letztendlich ist es so ... Färber, das geht zurück auf einen Arzt namens Färber, der hat den Eltern zumindest, sagen wir mal, eine strukturierte Handlungsanweisung gegeben.
00:52:17: Training.
00:52:18: Genau die Schlaftraining.
00:52:19: Das Färbemethode sagt im Grunde, dass du nach einem strikt vorgegebenen Zeitprogramm das weinende Kind ins Bett legst und nach definierten Zeiten, das können dreißig, sechzig, neunzig Sekunden sein, das können auch drei oder fünf Minuten sein, wieder hingehst und dann dem Kind wieder deine Präsenz gibst.
00:52:40: Das ist die Färbemethode.
00:52:41: Man nennt das auch Auslöschungsmethode.
00:52:44: Es ist sehr kritisch gesehen, weil letztendlich das Kind in der Situation erfährt, wenn ich schreihe, sind Mama und Papa weg.
00:52:52: Und wenn ich aufhöre, dann wird alles gut.
00:52:54: Sie werden nicht reguliert, sondern sind frustriert.
00:52:58: Und irgendwann sind sie so frustriert, dass sie aufhören zu schreien.
00:53:01: Sie lernen nicht zu regulieren, sondern sie sind im Grunde ... Geschafft.
00:53:06: Sie lernen einfach, es kommt keiner.
00:53:07: Es
00:53:07: kommt keiner, genau.
00:53:08: Und das ist letztendlich auch die große Kritik an der Methode, die auch berechtigt ist.
00:53:15: Aber...
00:53:15: Aber Ferber hat ja die Methode nicht entwickelt für alle Eltern, sondern er hat sie ja für eine ganz bestimmte Gruppe Eltern entwickelt.
00:53:23: Und das, was die Medien daraus gemacht haben und auch das Buch jedes Kind kann schlafen lernen, da steht es übrigens auch drin.
00:53:29: Keiner liest halt immer das Vorwort, aber... Er hat es ja für eine ganz bestimmte Gruppe Eltern entwickelt und nicht für alle Eltern.
00:53:36: Genau, nämlich nur für die Eltern, die tatsächlich am Limit sind und einfach nicht mehr können.
00:53:40: Und das ist die gleiche Geschichte, die wir vorhin gesagt haben.
00:53:43: Bevor ihr euer Kind in den Event klatscht, dann sollt ihr tatsächlich Kind ablegen.
00:53:50: Wie verzweifelt ihr auch immer seid, ihr könnt halt nicht mehr.
00:53:53: Da müsst ihr euch selber schützen.
00:53:55: Und das ist letztendlich auch das Konzept der Färbermethode.
00:53:58: Es ist überhaupt null, null empfohlen und geeignet irgendwie als Schlaftraining für den klassischen Säugling.
00:54:05: Sondern es ist eine Sonder-Situation, die letztendlich dann angewandt werden kann.
00:54:11: Und da würde ich auch tatsächlich mich... stark machen für die Färbermethode, sowas zumindest vom Prinzip der Färbermethode, sagen wir mal so, dass man das halt anwenden kann, letztendlich einfach um selbst die Situation zu überleben.
00:54:27: Man muss natürlich auch ehrlich genug sein irgendwie zu sagen, dass man es wirklich irgendwie auch als Ausnahme nimmt und nicht gleich irgendwie beim ersten geht jetzt nicht gleich dann gleich damit anfängt.
00:54:38: Das ist der Übergang natürlich total fließend.
00:54:40: Und das ist schwierig, dann dort letztendlich den entsprechenden Absprungspunkt zu finden, ab wann das wirklich ist.
00:54:47: Aber es muss die Ausnahme sein, muss man ganz klar zu sagen.
00:54:51: Wir sind jetzt nicht diejenigen, die jetzt schlaftrundig propagieren, sondern wir sind auf jeden Fall dabei, dem Kind bei der Regulation zu helfen.
00:54:59: Aber es gibt Situationen, in denen ist erst verzweifelt.
00:55:04: Also ich muss sagen, ich habe noch nie in der Elternberatung die Färbermethode irgendwie empfohlen.
00:55:08: Ganz im Gegenteil, ich würde das auch nie empfehlen.
00:55:11: Aber wenn ich zum Beispiel, hatte ich noch nicht, aber wenn ich jetzt irgendwie eine alleinerziehende Mutter in einer depressiven Phase, in einer stark depressiven Phase vor mir sitzen hätte, maximal erschöpft, hätte ich Angst ums Kind.
00:55:25: Und da würde ich natürlich auch noch ein paar andere.
00:55:27: Ja.
00:55:29: Menschen mit ins Boot holen, aber da könnte man tatsächlich über eine Farbe mit Tode nachdenken.
00:55:35: Und dafür ist es auch nur gemacht.
00:55:36: Das ist eine Ausnahme.
00:55:37: Ganz klar gesagt.
00:55:38: Was hilft eindeutig ist Korregulation durch die Eltern.
00:55:43: Eltern müssen eine sichere Bank fürs Kind sein.
00:55:46: Ihre Handlungen müssen vorhersehbar langweilig sein.
00:55:50: Es muss ruhig langweilig sein.
00:55:52: Und es ist immer so, dass die Eltern diejenigen sind, die das Heft in der Hand haben, die dem Kind halt helfen.
00:56:01: Deswegen ist es auch so, bei Kindern, bei Schreikindern oder Regulationsstörungen besteht die Therapie nicht darin, dem Kind irgendwelche Dinge zu geben.
00:56:12: Kümmelzheffchen, Bigaya, was auch immer ich da immer gefragt werde, sondern letztendlich besteht die Therapie und das ist schon gut gezeigt darin.
00:56:23: die Eltern zu unterstützen, den Eltern zu erklären, was ist das Problem?
00:56:27: Wie könnt ihr es erkennen?
00:56:29: Wie könnt ihr euch verhalten?
00:56:31: Wie könnt ihr euch regulieren und dann für eurem Kind die Umgebung schaffen?
00:56:35: Und das hat eine Erfolgsrate von über achtzig Prozent.
00:56:38: Nicht das Kavum-Kavum-Zäpfchen, nicht Pigaya, sondern das.
00:56:42: Genau.
00:56:43: Das ist auch der, das ist der Inhalt der Schreiambulanzen.
00:56:45: Ja.
00:56:46: Und was bedeutet, es ist im Alltag mit einem Baby, das sich schwer reguliert.
00:56:51: und was dabei ... Ja, der wichtigste Blick, oder was ist dabei der wichtigste Blickwinkel?
00:56:57: Ich kann schon gar nicht mehr reden für Eltern und da spreche ich ganz gerne, da gehe ich auch gar nicht näher darauf ein, ist der Zirkel of Security.
00:57:06: Da haben sich, ihr könntest auch mal googeln, da haben sich mehrere wirklich sehr, sehr gute PsychologInnen in der frühkindlichen Entwicklung dazu zusammengetan und haben so einen Ja, so einen wissenschaftlichen Hintergrund geschaffen.
00:57:20: Aber grundsätzlich geht es da um zwei Bedürfnisse.
00:57:22: Die würde ich jetzt gerne mal eingehen.
00:57:23: Und zum einen ist es der sichere Hafen und die sichere Basis.
00:57:27: Der sichere Hafen heißt, ich bin da, auch wenn du drüber bist, bin ich trotzdem da.
00:57:33: Und die sichere Basis heißt, und das ist jetzt ganz wichtig, ich traue die Entwicklung zu.
00:57:41: Also ich trau dir zu, Raum zu geben, zu entdecken, zu spielen, auszuprobieren in dem Tempo, die du als Baby schaffst sozusagen.
00:57:53: Und bei Regulationsschwierigkeiten passt nämlich oft zusammen.
00:57:58: Es gibt sehr, sehr viel Input, also von der sicheren Basis, das was ich gerade gesagt habe.
00:58:04: Also Spielwechsel, Animation und noch was Neues und Beschäftigung.
00:58:09: Aber eigentlich bräuchte das Baby mehr vom Hafen in dieser Situation.
00:58:14: Irgendwann ändert sich das wieder.
00:58:15: Aber ihr könnt ja da mal nachlesen.
00:58:17: Das ist eigentlich ganz super, super spannend, wie ich finde.
00:58:21: Also, manche Babys brauchen weniger Abenteuer und mehr Ankommen
00:58:25: sozusagen.
00:58:26: Genau, mit dem Abenteuer.
00:58:27: Ich sage immer zu den Eltern die ersten ... Das erste Jahr sage ich eigentlich immer, besonders die ersten sechs Monate.
00:58:34: Die Säuglinge sind, ich nenne sie immer Routine Tiere, weil sich das so ein bisschen fiesern hört irgendwie, aber das macht den Eltern das immer ganz klar.
00:58:41: Eltern, die Kinder wollen wiederholte Sachen, kleine Kinder wollen wiederholte Sachen, sie wollen sichere Sachen, sie wollen nicht die Welt in ihren ersten sechs Monaten mit all ihren Fähigkeiten.
00:58:53: Erkunden.
00:58:54: Man könnte es vielleicht auch so sagen, sage ich auch mal gerne.
00:58:56: Also als Grundregel.
00:58:58: Säuglinge sind im Grunde früh geborene.
00:59:01: Also jede andere Säuglinge außer das Känguru wird letztendlich geboren.
00:59:08: Es kann stehen, es kann sich mehr oder weniger selbst ernähren und es kann sich bewegen.
00:59:13: Nur der Mensch und das Känguru, die können das nicht.
00:59:16: Ja, die sind tatsächlich das erste Jahr im Grunde physiologisch Frühgeborene.
00:59:20: Und da ist es halt so, deswegen komme ich wieder zum Bild zurück, die Kinder sind eigentlich noch im Bauch.
00:59:26: Ja.
00:59:26: Ja, und deswegen denkt euch einfach, wie es im Bauch ist, so soll es auch jetzt sein.
00:59:31: Ja, genau.
00:59:32: Und ich habe ja vorhin gerade schon gesagt, oder habe kurz, kurz Shark Music genannt, also was eigentlich bei den Eltern passiert.
00:59:40: Folgen Situationen, ein Baby schreit und schreit und schreit und lässt sich überhaupt nicht beruhigen.
00:59:45: Und dann, und das ist mit Shark Music gemeint, kommen so Alarmgedanken in Eltern.
00:59:50: Also, wenn ihr jetzt zuhört und Eltern von Kindern, also Schreikindern seid, dann sind das so Gedanken wie, ich muss das sofort stoppen.
00:59:59: Ich halte das nicht mehr aus, ich will hier raus.
01:00:02: So darf das nicht sein.
01:00:04: Und ... Man nennt es im Rahmen Shark Music, das ist quasi so ein inneres Wahnsystem, das uns antreibt, ganz schnell etwas zu tun.
01:00:14: Und das ist auch kein Fehler, das soll uns ja schützen.
01:00:17: Und das zeigt, also wenn Shark Music diese Gedanken quasi bei dir kommen, dass die Situation berührt etwas ganz, ganz Wichtiges bei dir.
01:00:27: Und was sollt ihr jetzt tun?
01:00:30: Wenn genau diese Gedanken, also Shark Music, das ist auch was ganz wissenschaftlicher.
01:00:34: Also wenn jetzt einfach mal diese Gedanken bei euch kommen, was könnt ihr dann tun?
01:00:38: Und dann ist der erste Schritt das Innerlich benennen.
01:00:40: Also ihr merkt quasi, dass diese Gedanken kommen.
01:00:44: Okay, das ist jetzt gerade so mein Alarm.
01:00:47: Das ist meine Shark Music.
01:00:50: Und dann
01:00:51: kommt... Deswegen heißt es so.
01:00:56: Genau, deswegen heißt es so.
01:00:57: Und dann kommt ein einziges kleines Ritual
01:01:00: für dich.
01:01:02: Das ist ganz, ganz wichtig auch.
01:01:05: Und dann ist ganz, ganz wichtig, die Füße auf dem Boden zu spüren, Schulter ganz locker zu lassen.
01:01:13: Und wir haben es vorhin schon mal gesagt, ganz langsam, lang ausatmen.
01:01:18: Und erst wenn du selbst, und das haben wir auch vorhin mal gesagt, etwas ruhiger bist, kannst du auch dein Baby weiter begleiten.
01:01:26: Also... Zusammengefasst heißt das, wenn der Alarm in dir, also die Shark Music, wenn ihr das mal irgendwo lest, braucht dein Baby vor allem einen ganz, ganz ruhigen Rahmen.
01:01:38: Also nicht mehr Aktion, aber das hatten wir schon.
01:01:40: Wollen wir abschießen zu ein paar Fragen?
01:01:48: Ja, so ein paar Fragen, die mir auch echt, wie gesagt, eigentlich, na ich war nicht sagen immer, aber in diesem Zusammenhang eigentlich doch immer gestellt werden.
01:01:56: Okay,
01:01:56: ich sag die Frage ein.
01:01:56: Deswegen
01:01:57: haben wir dir so ein
01:01:58: bisschen gesammelt.
01:01:59: Es sind nur drei von tausend.
01:02:00: Ja, aber ich stelle die Fragen, du kannst ja als Profi beantworten, okay?
01:02:04: Weil ich weiß mal nicht so richtig was zu sagen.
01:02:07: Ich verweise dann immer an die Schreiung, Polanzen oder an dich, wie auch immer.
01:02:10: Okay.
01:02:10: Aber eine ganz typische Frage ist, soll ich mein Baby immer hochnehmen, wenn es weint?
01:02:15: Kann ich es irgendwie verwöhnen?
01:02:18: Nein, du kannst es auf gar keinen Fall verwöhnen.
01:02:20: Also wenn dein Baby überfordert ist und dann ist hochnehmen... nicht irgendwie ein Verwöhnen oder eine Gewöhnung, sondern es hilft der Regulation.
01:02:29: Also das ist Regulation.
01:02:32: Deine Nähe hilft dem Nervensystem.
01:02:36: Wie sich wieder runter zu regulieren, also wieder runter zu fahren.
01:02:40: Und Babys können das nun mal nicht selbst tun.
01:02:43: Sie lernen das, aber sie brauchen von Beginn an erstmal deine Unterstützung und irgendwann viel, viel später entsteht dann die Selbstregulation.
01:02:52: Und in dieser Phase ist verwöhnen, so wie ... Ihr, das wahrscheinlich häufig von Großeltern hört, überhaupt nicht sinnvoll, A, das so anzusprechen und B, es ist kein sinnvolles Wort.
01:03:05: Du kannst ein Kind
01:03:06: bis
01:03:06: zum fünften, sechsten Monat nicht
01:03:08: verwöhnen.
01:03:10: Ganz im Gegenteil, du gibst ihm Sicherheit und das sind keine falschen Muster oder so.
01:03:14: Also Nähe macht nicht abhängig, Körperkontakt macht nicht abhängig.
01:03:18: Sie gibt Sicherheit und wohlbefinden.
01:03:22: Okay, next.
01:03:23: Nächste ist irgendwie, was viele sich fragen, was ist denn eigentlich das Problem?
01:03:26: Wo ist denn eigentlich die Überreizung?
01:03:29: Also ich lebe ja hier auch irgendwie, ich finde das alles ganz easy, aber wie erkenne ich denn jetzt irgendwie, auf was mein Kind jetzt so furchtbar abfährt?
01:03:38: Wie verhindere ich dann die Überreizung?
01:03:40: Weniger ist mehr.
01:03:41: Also wenn ihr das noch nicht so richtig aus, also keine... konkrete Ursache, was auch echt schwierig ist, das herauszufinden, aber weniger ist mehr.
01:03:49: Also weniger Planung, weniger Input, weniger Termine, weniger Wechsel, weniger Programmen.
01:03:59: Wir haben es ja vorhin schon gesagt, die Frühwahnzeichen.
01:04:02: Achtet auf Frühwahnzeichen, wie Blickabwänden, Gänen, erste Unruhe, hektisches Saugen.
01:04:09: Und da ist wieder, das haben wir vorhin schon gesagt, wiederhole ich gerne noch mal, je früher ihr dann reagiert, desto weniger eskaliert das Ganze dann.
01:04:20: Und ihr habt noch eine Chance, irgendetwas zu bewirken, wenn wir zur... Eskalationen kommen, ist es eher schwierig.
01:04:27: Also plan den Tag so, dass es zwischendurch immer wieder ganz viel Ruhe gibt.
01:04:36: Also nicht mehr planen, sondern mehr Pausen machen.
01:04:38: Genau.
01:04:39: Und da kommen wir jetzt genau zu den Sachen, zu den Routinen.
01:04:43: Also, dass unsere Babys, gerade wenn sie klein sind, eigentlich gar nichts Neues wollen, sondern sie wollen Routinen.
01:04:49: Ganz genau.
01:04:50: Routinen sind quasi Einfach super, super wichtig.
01:04:55: Die sind Orientierung.
01:04:56: Ich sage es immer so, das ist so ein Rahmen.
01:05:00: Wenn ihr euch vorstellt, und das hört sich super und spontan an.
01:05:03: Wenn man sich vorstellt, ihr werdet Eltern, vielleicht das erste Mal, dann komm häufig noch, ja, entspannte Eltern, entspannte Kinder, ich mag diesen Satz überhaupt nicht.
01:05:17: Und ich nehm mein Kind überall mit hin, und wenn ich das nur angewöhne, dass es bei Lautstärke schlafen kann, dann kann ich es auf jede Party mitnehmen.
01:05:21: Das machen noch neuer Stingstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängstängst.
01:05:29: Und dann denkt man immer, hey, wieso funktioniert das nicht?
01:05:31: Und warum ist es bei mir jetzt anders?
01:05:32: Ihr seid da überhaupt nicht alleine, du hast die Zahlen ja Eingangs genannt.
01:05:35: Routinen sind super, super wichtig.
01:05:38: Das Kind, das ist wie so ein Wiedererkennungswert des Kindes.
01:05:42: Es weiß genau die Abfolge und Abfolge gibt Orientierung und Orientierung gibt Sicherheit.
01:05:48: Und da geht es nicht darum, dass hier alles so Punkt auf die Minute machen müsst, sondern wenn ihr eine Einschlafroutine macht zum Beispiel, aber sowas bespricht man dann individuell in der Elternberatung, dann ist das immer wieder erkennbar für das Kind.
01:06:04: Das heißt, alle machen die Einschlafroutine gleich, wie das da mit dem Stillen ist und so.
01:06:09: Das würde jetzt hier im Podcast so weit gehen, aber auch da kann man beide Elternteile oder alle Bezugspersonen mit einbeziehen.
01:06:15: Manche Kinder haben ja auch mehr Bezugspersonen.
01:06:17: Also Routine geben Sicherheit.
01:06:21: Und das ist quasi ein Wiedererkennen, was Jan Kind sich einfach wohlfühlen kann und auch das Nervensystem beruhigt wird.
01:06:31: Genau.
01:06:33: Machst du mal alles zusammenfassen?
01:06:35: Klar.
01:06:36: Scheiße, wir sind total lang.
01:06:37: Aber
01:06:38: es ist ein komplexes
01:06:39: Thema.
01:06:40: Ich fasse das jetzt mal kurz zusammen.
01:06:42: Du hast das total toll finde ich irgendwie und wirklich auch sehr... Praxisrelevant erzählt.
01:06:50: Ich glaube, man muss sich das Ganze irgendwie häufiger mal anhören.
01:06:52: Aber jetzt die Zusammenfassung.
01:06:54: Also zunächst mal immer bei Schreikindern medizinische Sicherheit geht natürlich vor.
01:07:00: Es müssen erst die Dinge abgeklärt werden.
01:07:02: Dann denkt man über Regulation, Störung nach und über entsprechende Maßnahmen.
01:07:06: Ganz, ganz wichtig ist, Überreizung zu erkennen.
01:07:09: Das heißt, besonders die frühen Warnzeichen ernst zu nehmen.
01:07:12: Das hast du ja vorhin schon mehrfach gesagt.
01:07:15: früh gemacht wird, kommt man vielleicht erst gar nicht.
01:07:17: Also vor diese
01:07:18: Situation zu kommen.
01:07:18: Genau.
01:07:19: Also in der Akkutsituation meinen Lieblingsbegriff Reizdiät.
01:07:25: Also einfach Reize runterfahren, dann Containment, dass man halt die Bindung nimmt, also körperliche Bindung, dass man das halt anstrebt.
01:07:35: Dabei ganz wichtig bleibt erstmal bei einer Sache.
01:07:39: Nehmt euch Zeit und lasst es fünf Minuten machen.
01:07:44: guckt euer Kind an und nehmt wahr, wenn ihr auch nur ganz kleine Veränderungen habt, obwohl das Kind noch schreit, aber es wird ein bisschen anders, bleibt bei der Aktion, die hilft.
01:07:55: Und ganz wichtig, wenn ihr nicht mehr könnt, dann dürft ihr auch Pausen bei den Aktionen machen.
01:08:00: Das ist halt so.
01:08:01: Also es ist halt in der Situation so, ihr müsst euch selber auch schützen.
01:08:05: Ganz wichtig ist mir, Wirklich, weil ich sehe die Eltern mit rot unterlaufenden Augen.
01:08:10: Meistens sind es die Mütter, die dann halt bei den Vorsorgen sind.
01:08:13: Wann müsste ich Unterstützung kohlen?
01:08:15: Einfach wenn ihr am Limit seid.
01:08:17: Und da habt ihr die Scharknummer irgendwie.
01:08:23: Wenn ihr merkt, das geht jetzt gar nicht mehr.
01:08:25: Ich will eigentlich nur noch weglaufen irgendwie und will das alles gar nicht mehr haben und frag mich, was überhaupt noch der Sinn des Lebens ist oder sonst irgendwas.
01:08:32: Das sind Alarmzeichen, das ist kein Versagen, sondern es sind Alarmzeichen, die sagen euch, ihr müsst jetzt Hilfe holen.
01:08:38: Und dann funktioniert auch euer Alltag übrigens nicht mehr, weil ihr kümmert euch nur noch darum, irgendwie euer Kind irgendwie zu beruhigen.
01:08:45: Wenn ihr das merkt, dass ihr andere Sachen nicht mehr hinbekommt, die halt auch dazu gehören, die Familie, also auch die anderen Familienmitglieder beispielsweise, entsprechend, sagen wir mal, zu beachten oder zu versorgen, wenn das nicht mehr geht, braucht ihr Hilfe.
01:09:00: Wenn ihr Angst habt, wenn ihr Angst habt zum Beispiel irgendwie, ich kann nicht mehr.
01:09:04: Ich bin mir nicht sicher, ich weiß nicht, was ich mir jetzt machen soll.
01:09:07: Dann müsst ihr das machen.
01:09:09: Wenn euer Beziehung leidet, auch das ist nicht selten.
01:09:12: Es gibt ganz, ganz häufig Situationen, das wirst du viel besser sagen als ich.
01:09:16: Oder besser sagen können als ich, aber ich höre es halt auch irgendwie, dass es tatsächlich hochrelevante Beziehungsprobleme gibt.
01:09:23: Es können natürlich gar nicht gebrauchen in der Situation.
01:09:26: Also eine Beziehung ist ja gar nicht, im ersten Jahr ist irgendwie hoch gefährdet tatsächlich in solchen Situationen.
01:09:33: Und wenn ihr seht, dass das wirklich relevante Probleme gibt, müsst ihr euch Hilfe holen.
01:09:38: Und macht's früh.
01:09:40: Kann ich euch nur sagen, macht's einfach früh, dass es überhaupt keinen scheitern und keinen versagen, kein nix, sondern es ist einfach Fürsorge.
01:09:48: Und zwar nicht nur für euch.
01:09:52: Sondern vor allem dann für das Baby, weil dem wollte ihr eigentlich helfen.
01:09:56: Wenn ihr euch nicht auf euch selber achtet, dann könnt ihr eurem Kind auch nicht helfen.
01:10:00: Genau, ihr müsst nicht perfekt sein.
01:10:01: Ich glaube, das ist ein gutes Abschlusswort, oder?
01:10:04: Ja, genau.
01:10:06: Wie immer prädigen wir den Unspeck-Fessionismus.
01:10:10: Puh, das war aber eine lange Folge heute.
01:10:14: Ja.
01:10:15: Und wir könnten da noch tausend andere Sachen besprechen.
01:10:18: Das ist ein bisschen schwierig und die Folge ist jetzt schon so lang geworden.
01:10:22: Wenn ihr noch Fragen habt oder wenn ihr... Kommentare dazu habt.
01:10:26: Egal auf welcher Plattform, schreibt uns.
01:10:28: Wir freuen uns darauf.
01:10:29: Entweder eine E-Mail an postedpedicus.de oder ihr geht über unseren WhatsApp-Button.
01:10:35: Den findet ihr auf unserer Webseite oder ihr kommentiert einfach auf der Plattform, wo ihr den Podcast gerade hört.
01:10:43: Und wir freuen uns natürlich, wenn euch die Folge gefallen hat über eine fünf Sterne Bewertung.
01:10:48: Damit unterstützt ihr uns wirklich ganz, ganz doll.
01:10:51: Das brauchen wir wirklich.
01:10:53: Und
01:10:55: schreibt uns, was immer ihr dazu denkt.
01:10:59: Das ist
01:10:59: sehr komplex.
01:11:00: Das ist sehr lang genug.
01:11:02: Wir sagen tschüss, oder?
01:11:03: Ja.
01:11:04: Jetzt brauche ich erst mal ein Tee.
01:11:05: Genau, ich auch.
01:11:07: Bis
01:11:07: dann.
01:11:08: Okay, bis dann.
01:11:09: Schöne Restwoche.
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